253.E05 DNA des Wohnens
Diese Lehrveranstaltung ist in allen zugeordneten Curricula Teil der STEOP.
Diese Lehrveranstaltung ist in mindestens einem zugeordneten Curriculum Teil der STEOP.

2019W, VO, 2.0h, 2.0EC

Merkmale

  • Semesterwochenstunden: 2.0
  • ECTS: 2.0
  • Typ: VO Vorlesung

Lernergebnisse

Nach positiver Absolvierung der Lehrveranstaltung sind Studierende in der Lage zu folgenden Fragen Antworten zu formulieren:

Was sind die Grundlagen des Wohnens? Sind dem Wohnen Parameter eingeschrieben, gleich einer DNA, die wir verinnerlicht haben wenn wir Wohnraum planen, bauen oder bewohnen? Gibt es eine DNA des Wohnens auf der unser materielles, geistiges und biologisches Zusammenleben beruht? Diese und weitere Fragen untersuchen wir im Kernfach „DNA“ des Wohnens im Sondermodul Wohnbau.

Aus Perspektive der Anthropologie wird der Einfluss von Ritualen, Zwängen oder Gewohnheiten auf unsere alltägliche Wohnpraxis untersucht werden, ebenso die Auswirkungen von Machtstrukturen und Geschlechterrollen auf unsere alltäglichen Lebens- und Wohnräume. Abseits von eingeschriebenen Ritualen und Machtstrukturen unternehmen wir auch den Versuch, die Komplexität von gebauter Umwelt auf Elemente und ihre Beziehung zueinander herunterzubrechen:  Methoden und Theorien wie Pattern Language oder Space Syntax, die sich beide mit emergenter Architektur beschäftigen, sollen ebenso Erkenntnisse über die Grundlagen des Wohnens liefern. Ebenso untersuchen wir die Bedeutung und den Einfluss von Repräsentation und Medialisierung historischer wie aktueller Wohnsituation und deren Auswirkungen auf unsere tatsächliche gebaute Umwelt.

Inhalt der Lehrveranstaltung

Vo 01 – Auf der Suche nach einem neuen Humanismus (Christian Kühn)
Nach 1945 dominieren in der Architektur Funktionalismus und Internationaler Stil, aber im Untergrund beginnt sich schon bald Kritik zu formieren. Im Jahr 1959 löst sich der CIAM bei seinem letzten Kongress in Otterlo offiziell auf, um eine neue Ära einzuläuten. Nach dem gescheiterten Versuch, im internationalen Stil eine weltweit gleich verständliche, rationale Architektur zu schaffen, suchen unterschiedliche neue Strömungen nach Alternativen: Brutalismus, Strukturalismus, Dekonstruktion, hisotrisierende Postmoderne. Zu den Akteuren, die stattdessen den Funktionalismus in erneuerter Form – nicht zuletzt durch den Einsatz des Computers – wiederbeleben wollten, gehörten Christopher Alexander und Serge Chermayeff, mit deren Ansätzen sich die Vorlesung vor allem anhand von Alexanders Buch „Notes on the Synthesis of Form“ auseinandersetzt.

Vo 02 – Die Pattern Language oder die Abschaffung des Architekten (Christian Kühn)
Bereits Ende der 1960er-Jahre kritisiert Alexander die Vorstellung, mithilfe computergestützter Methoden eine neue rationale Architektur zu schaffen. Insbesondere die zentrale These der „Notes“, dass sich Probleme sauber in baumartig strukturierte Teilprobleme zerlegen lassen, wird für Alexander fragwürdig. In seinem Text „A City is not a Tree“ erläutert er, wie diese Vorstellung zu einer Planungsideologie geworden ist, die bis in den Städtebau hineinwirkt. Stattdessen orientiert er sein Interesse auf Archetypen und versucht, aus deren Kombination eine neue „Sprache der Architektur“ zu entwickeln, die er 1977 unter dem Titel „A Pattern Language“ als Buch publiziert. Die Vorlesung untersucht und kritisiert die Pattern Language aus mehreren Aspekten: als abgeschlossenes Archiv der Architektur, als offene Planungsmethode und als radikalen Ansatz von Partizipation, der ohne professionelle Planer auskommt.  

Vo 03 – Space Syntax. Theory and Method (Christina Lenart)
In dieser Einheit wird die Theorie mit ihrem ideengeschichtlichen Hintergrund vorgestellt. Über die Idee der „räumlichen Konfiguration“ werden Methoden der Analyse und Interpretation von gebauter Umwelt näher gebracht und vorgeführt.

Vo 04 - Space Syntax. Space and Housing (Christina Lenart)
Nach der Einführung in Theorie und Methode von Space Syntax werden in dieser Einheit konkrete Beispiele gezeigt, die sich ums Wohnen und Zusammenleben auf unterschiedlichen Maßstäben drehen. Dabei steht häufig die Frage, zu welchem Teil die Architektur mit ihrer räumlichen Konfiguration „Schuld“ am „Scheitern“ von größeren Wohnbauten oder Wohnvierteln hat, im Fokus.

Vo 05 - Wohn- und Städtebau als Spiegelung sozial konstruierter Geschlechterverhältnisse (Sabina Riß)
Vo 06 - Wohn- und Städtebau für selbstbestimmtes und selbständiges Leben von Frauen (
Sabina Riß)
Im Fokus stehen Produktionsfaktoren und Machtstrukturen von Wohn- und Städtebau. Aufgezeigt werden, welche Akteure aus Politik, Verwaltung und Planung aus welchen gesellschaftspolitischen und ökonomischen Strategien welche Standards und Normierungen zur Ausbildung von Raum setzen. Dargelegt werden, welche gesellschaftlichen Entwicklungen und Bedürfnisse dabei missachtet werden, wer von Beteiligung ausgeschlossen wird und die daraus folgenden gesellschaftlichen Auswirkungen. Wohn-und Städtebau waren zentrale Themen beider Frauenbewegungen zur Gleichstellung und Unabhängigkeit von Frauen. Erörtert werden feministische Kritik, Forderungen sowie Strategien in Raumaneignung und Raumproduktion.

Vo 07 - Das Bild des Wohnens I (Bernadette Krejs)
Die Repräsentation von Wohnen, also die visuelle Abbildung von Wohnraum, ist nicht nur bloße Dokumentation unserer Wohnsituationen sondern kann unterschiedliche Absichten und Intentionen verfolgen. Wird Wohnen rein als Ware verstanden und die ökonomische Verwertbarkeit in den Vordergrund gestellt, entsteht ein eigener Typus von Bildmaterial, der verstanden und dekotiert werden soll. Sowohl im kleinen Maßstab (der Traum vom Einfamilienhaus) als auch in größeren Maßstäben (Google City, Toronto) entstehen Bildtypen, die unseren Alltag, unsere Wohngewohnheiten sowie die Planung von Wohnraum wiederum beeinflussen. In welchem Kontext entstehen die „Bilder des Wohnes“, wie verführen, manipulieren sie uns und wie können sie gleichzeitig neue, zukünfitge Möglichkeiten des Wohnens aufzeigen? Das Bild des Wohnens: historische wie aktuelle Beispiele der Bildproduktion im Wohnen und deren Auswirklungen auf Planung und Alltag.

Vo 08 – Die Antropologie des Wohnens (Architektur Theorie)
Inhalt folgt

Methoden

Das Kernfach DNA des Wohnens besteht aus sieben Input Vorlesungen zu unterschiedlichen Positionen und Aspekten rund um dieses Thema. Durch das erworbene Wissen sollen in einer eigenständigen Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Medien (Text, Diagramm, Bild) Muster, Rituale, Geschlecht, und Repräsentation an ausgewählten Wiener Wohnbauten untersucht werden.

Prüfungsmodus

Prüfungsimmanent

Weitere Informationen

Termine:
Fr. 4.Oktober / 14-16 / EI10 / Modul Einführung  
   
Mi. 30.Oktober / 16-18 / EI 10 / Vo 01
Mi. 6.November / 16-18 / EI 10 / Vo 02
Mi. 20.November    / 10-12 / HS17/ Vo 03
Mi. 27.November    10-12/ HS17 / Vo 04
Mi. 4.Dezember / 10-12 / HS17/ Vo 05
Mi. 11.Dezember / 10-12 / HS17/ Vo 06
Mi. 18.Dezember    / 10-12 / HS17/ Vo 07 
Mi. 8.Jänner / 10-12/HS17 / Vo 08

Abgabe & Prüfung Mittwoch 22.Jänner 10-12 / HS17

Vortragende

Institut

LVA Termine

TagZeitDatumOrtBeschreibung
Mi.10:00 - 12:0030.10.2019 - 29.01.2020HS 17 Friedrich Hartmann DNA des Wohnens
DNA des Wohnens - Einzeltermine
TagDatumZeitOrtBeschreibung
Mi.30.10.201910:00 - 12:00HS 17 Friedrich Hartmann DNA des Wohnens
Mi.06.11.201910:00 - 12:00HS 17 Friedrich Hartmann DNA des Wohnens
Mi.13.11.201910:00 - 12:00HS 17 Friedrich Hartmann DNA des Wohnens
Mi.20.11.201910:00 - 12:00HS 17 Friedrich Hartmann DNA des Wohnens
Mi.27.11.201910:00 - 12:00HS 17 Friedrich Hartmann DNA des Wohnens
Mi.04.12.201910:00 - 12:00HS 17 Friedrich Hartmann DNA des Wohnens
Mi.11.12.201910:00 - 12:00HS 17 Friedrich Hartmann DNA des Wohnens
Mi.18.12.201910:00 - 12:00HS 17 Friedrich Hartmann DNA des Wohnens
Mi.08.01.202010:00 - 12:00HS 17 Friedrich Hartmann DNA des Wohnens
Mi.15.01.202010:00 - 12:00HS 17 Friedrich Hartmann DNA des Wohnens
Mi.22.01.202010:00 - 12:00HS 17 Friedrich Hartmann DNA des Wohnens
Mi.29.01.202010:00 - 12:00HS 17 Friedrich Hartmann DNA des Wohnens

Leistungsnachweis

Recherchearbeit: Durch das erworbene Wissen sollen in einer eigenständigen Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Medien (Text, Diagramm, Bild) Muster, Rituale, Geschlecht, und Repräsentation an ausgewählten Wiener Wohnbauten untersucht werden.

Prüfungen

TagZeitDatumOrtPrüfungsmodusAnmeldefristAnmeldungPrüfung
Mi.00:00 - 00:0022.01.2020 schriftlich18.12.2019 00:00 - 06.01.2020 00:00in TISS"DNA" des Wohnens

LVA-Anmeldung

Nicht erforderlich

Curricula

StudienkennzahlSemesterAnm.Bed.Info
066 443 Architektur

Literatur

Es wird kein Skriptum zur Lehrveranstaltung angeboten.

Begleitende Lehrveranstaltungen

Vertiefende Lehrveranstaltungen

Weitere Informationen

Sprache

Deutsch