Entwicklung von 3-Deoxyflavonoid-basierenten Erwinia Bakteriziden und System zum Bienen-Erwinia-Monitoring

15.12.2008 - 15.12.2011
Forschungsförderungsprojekt
Feuerbrand ist für den hiesigen Obstbau, speziell von Kernobst eine ernste und aktuelle Gefährdung. Verstärkte Bemühungen sowohl in der Entwicklung neuer, unbedenklicher Bakterizide als auch im Monitoring des Infektionsstatus sind dringend notwendig. Die Ziele der zwei Teilprojekte sind daher: 1. Entwicklung 3-Deoxyflavonoid-basierter Erwinia Bakterizide Anders als bei den bisherigen Agenzien sollte dabei eine hohe Wirksamkeit mit niedriger Umwelt- und Humantoxizität kombiniert sein (¿soft chemicals¿). Die Wirksamkeit von durch Regalis® in der Pflanze induzierten 3-Deoxyflavonoiden konnte im EU-Projekt ERWINIA nachgewiesen werden. Hier wird eine direkte Anwendbarkeit von 3-Deoxyflavonoiden gegen Feuerbrand ausgetestet. Das wirksame 3-Deoxyflavonoid ist aber chemisch instabil und muss daher glycosyliert werden. Daraus kann durch zugefügte Glycosidasen auf der Pflanze dann das wirksame 3-Deoxyflavonoid freigesetzt werden. Die Substanzen werden sowohl auf Wirksamkeit als auch ihre Pflanzenverträglichkeit getestet. Fällt beides positiv aus, wird vom Außeninstitut der TU Wien eine Prüfung auf möglichen rechtlichen Schutz vorgenommen und gegebenenfalls der Wirkstoff dann außerhalb des Projekts zu einem vermarktungsfähigen Produkt geführt. 2. Bienen-Erwinia-Monitoring Ziel ist ein praktikables System, das durch Nachweis von Erwinia in Bienenvölkern (vor allem während der Obstblüte) eine zeitlich und regional gezielte Feuerbrandprognose und damit kostengünstige Bekämpfungsmaßnahmen erlaubt. Gegenstand des Projekts ist zum einen die Entwicklung von Teststreifen, die am Flugloch des Stocks exponiert werden. Zum anderen wird eine isothermale DNA-Analytik entwickelt, optimiert und praxis-tauglich gemacht. Diese bietet den großen Vorteil, dass sie nicht auf teure Thermocycler-Gerätschaft angewiesen ist, sehr empfindlich ist und auch in einfacher ausgestatteten Labors möglich ist. Der Nachweis der Erwinia-Bakterien in den Bienenproben wird mit dieser neuen Methodik, aber auch vergleichend mit konventionellen Methoden (ELISA, PCR; EPPO-Standard) sowie quantitativer PCR (Real-Time PCR) durchgeführt werden. Speziell quantitative PCR erlaubt nicht nur eine Aussage über Anwesenheit des Pathogens, sondern auch dessen Quantifizierung. Dies ist für die Optimierung und Evaluierung der isothermalen Methodik hinsichtlich Sensitivität von Wichtigkeit. Im Projekt soll eine praxis-nahe Methodik entwickelt werden, die innerhalb weniger Stunden eine Ermittlung des regionalen Infektionsstatus ermöglicht. Damit kann eine schnelle Rückmeldung über den Infektionsstatus an den Anbauer erfolgen. Zusammen mit der klimatischen Prognose (MARYBLYT) kann dann vor Ort über den möglichen Einsatz von Gegenmassnahmen entschieden werden. Bei geringem Befall könnte unter Vermeidung des öffentlich nicht akzeptierten Streptomycin-Einsatzes auf Mittel mit geringerem Wirkungsgrad und besserer Akzetanz zurückgegriffen werden (z.B. Antagonisten).

Personen

Projektleiter_in

Projektmitarbeiter_innen

Institut

Förderungsmittel

  • BM für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (bm:lfuw)

Forschungsschwerpunkte

  • Materials and Matter

Schlagwörter

DeutschEnglisch
ApfelApple
Feuerbrandfire blight
BienenBee
Erwinia amylovoraErwinia amylovora

Externe Partner_innen

  • Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH