Gestaltungsweisen. Entwurf als kultureller/sozialer Prozess

01.07.2008 - 31.12.2011
Forschungsförderungsprojekt
Forschungsgegenstand ist der Entwurfsprozess im Wohnbau, basierend auf der Konstellati-on PlanerIn-AuftraggeberIn. Zusätzlich zu diesen beiden Positionen existieren die NutzerInnen als weitere zentrale Gruppe im Prozess, entweder als TeilnehmerInnen oder als Konzeptualisie-rung durch die beiden anderen. Der architektonische Entwurfsprozess kann als Spezialfall der künstlerischen Praxis analysiert werden. Die Analyse wird zeigen, dass einige Prozesstypen un-terschieden werden können, welche spezifischen Qualitäten sie haben und durch welche Ele-mente sie bestimmt werden. Basierend auf Fallbeispielen soll ein theoretisches Modell des Ent-wurfsprozesses konstruiert werden. Wissenschaftliche Ziele sind die Analyse von Arten von Entwurfsprozessen im Wohnbau, ihre Spezifikationen und Elemente und ein theoretisches Modell der Entwurfsprozesse. Weiters wird das Projekt die Unterschiede in den Beziehungen zwischen einerseits AuftraggeberInnen und PlanerInnen und andererseits NutzerInnen untersuchen: geografische, rechtliche, soziale, geschlechtsspezifische und kulturelle Faktoren werden untersucht, um die Bedürfnisse und In-teressen der involvierten Personen herauszuarbeiten und auf welche Weise diese in den ge-bauten Resultaten berücksichtigt sind. Entsprechend dem interventionistischen Zugang der Cultural Studies strebt das Projekt die Kommunikation der Resultate in die untersuchten Felder an, um Verbesserungen in der Praxis zu erreichen. Das Projekt geht von einer Reihe von Vorannahmen aus: PlanerIn und AuftraggeberIn bedie-nen sich beide spezifischer Handlungsstrategien während des Entwurfs, um ihre Positionen durchzusetzen. Die Rollen der ProgrammiererIn und EntwerferIn können im Entwurf nicht strikt getrennt werden. Oft sind NutzerInnen im Entwurfsprozess nicht persönlich involviert. Die unvollständige Verbindung zwischen NutzerInneninteressen und Entwurfsprozess ist ein zentrales Problem im Innovationssystem des Wohnbaus. Die Beziehung zwischen einerseits AuftraggeberInnen und PlanerInnen und andererseits NutzerInnen hängt ebenso wie die Be-rücksichtigung der NutzerInnenbedürfnisse massiv von geografischer Region, rechtlichen, so-zialen, geschlechtsspezifischen und kulturellen Differenzen ab. Die wichtigste Innovation des Projektes ist der Zugang, AuftraggeberIn und PlanerIn beide als TeilnehmerInnen des Ent-wurfsprozesses zu sehen ¿ das erlaubt es, den jeweiligen Anteil am Prozess zu erkennen und ein generelles theoretisches Modell der Formen dieser Anteile zu konstruieren. Das Projekt besitzt als transdisziplinäre Analyse mit einem solchen Zugang einen hohen Innovationsgrad. Der methodologische Ansatz des Projektes ist Grounded Theory nach Glaser und Strauss. Induktive Theorieentwicklung durch das Erstellen von Konzepten und Hypothesen aus den er-hobenen qualitativen Daten steht im Zentrum des Interesses. Die gewählten methodischen Schritte, vor allem die Gruppendiskussionen, erlauben einen Einblick in Kontexte und Kohärenz der sozialen Hintergründe und Lesarten. Sie erlauben die Konstruktion von Bedeutung und nicht zuletzt von Hypothesen. Die Inhaltsanalyse wird Bohnsack und seiner ¿rekonstruktiven Sozialforschung¿ folgen, einem Zugang, um Theorie direkt aus Interview- und Gruppendiskus-sionsdaten zu generieren.

Personen

Projektleiter_in

Projektmitarbeiter_innen

Institut

Förderungsmittel

  • Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF)

Forschungsschwerpunkte

  • Außerhalb der TUW-Forschungsschwerpunkte

Schlagwörter

DeutschEnglisch
ArchitekturtheorieArchitecture Theory
EntwurfsprozessDesign Process
PartizipationParticipation
TechniksoziologieSociology of Technology
Cultural StudiesCultural Studies