Fault Models for Engineering

01.04.2008 - 31.03.2010
Forschungsförderungsprojekt
Mit dem zunehmenden Eindringen verteilter eingebetteter Systeme in das tägliche Leben steigen die Anforderungen an Zuverlässigkeit und Sicherheit solcher Systeme. Diese Anforderungen können nur durch geeignete Fehlertoleranzmaßnahmen erfüllt werden, was zur Ausbildung einer großen und sehr aktiven wissenschaftlichen Gemeinde führte, die sich mit Fehlertoleranz in verteilten Systemen beschäftigt. Gleichzeitig näherten sich Ingenieure diesem Gebiet von der praktischen Seite und bilden eine ebenso aktive, allerdings von der wissenschaftlichen getrennt arbeitende technische Gemeinde, die sich mit der Implementierung von Fehlertoleranzmechanismen befasst. Leider existiert aber momentan eine relativ große Diskrepanz zwischen den Fehlermodellen, mit denen sich die Wissenschaft beschäftigt, und den Modellen, die für Praktiker interessant sind: Während Wissenschaftler sich mit abstrakten Fehlerklassen wie Omissions (Nachrichten gehen verloren) beschäftigen, arbeiten Ingenieure vornehmlich mit konkreten Metriken wie MTTF (Durchschnittliche Zeit bis zum Ausfall) einer spezifischen Komponente. Wissenschaftler machen Aussagen zur Fehlertoleranz eines Algorithmus, z.B. "Algorithmus A benötigt n > 2t Knoten, um t Fehler zu tolerieren", Ingenieure wünschen Aussagen über die Ausfallswahrscheinlichkeit, z.B. "wenn Algorithmus A in System S ausgeführt wird, dann ist die Ausfallswahrscheinlichkeit höchstens p=10^-3". Durch diese unterschiedlichen Gedankenwelten gestaltet sich das Übertragen neuer wissenschaftlicher Resultate in die Praxis oftmals sehr schwierig, und Systeme sind dadurch nicht so leistungsfähig wie sie sein könnten. Das Projekt "Fault Models for Engineering" (FAME) widmet sich daher der Entwicklung von praxisnäheren Fehlermodellen für verteilte Systeme und begleitenden Übersetzungstools, mit denen Systementwickler die für sie interessante Fehlerabdeckung in einem gegebenen System ermitteln können. FAME möchte also das bis jetzt fehlende Bindeglied zwischen den beiden Gemeinden zur Verfügung stellen, einerseits durch die Entwicklung von passenderen wissenschaftlichen Fehlermodellen, und andererseits durch die Erforschung von Techniken, mit denen wissenschaftliche Fehlermodelle in den in der Praxis üblichen Begriff der Fehlerabdeckung übersetzt werden können.

Personen

Projektleiter_in

Institut

Förderungsmittel

  • Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG)

Forschungsschwerpunkte

  • Information and Communication Technology

Schlagwörter

DeutschEnglisch
(Eingebettete) Verteilte Systeme(Embedded) Distributed Systems
FehlermodelleFault Models