Design eines Augmented-Reality-Raumvorstellungs-Lerntest

01.11.2006 - 31.10.2009
Forschungsförderungsprojekt
Im hier vorgeschlagenen Projekt soll ein neuartiger Test zur dynamischen Erfassung des räumlichen Vorstellungsvermögens entwickelt werden, der sich in mehrfacher Hinsicht von konventionellen Raumvorstellungstests unterscheidet. Erstens erfassen traditionelle Raumvorstellungstests (sowohl im Papier-Bleistift- als im Bildschirm-Computerformat) erfassen 3dimensionale Raumvorstellung mit 2dimensionalen Mitteln. Der neue Test wird die Fähigkeit, 3dimensionale Objekte vorzustellen und mental zu manipulieren, tatsächlich im 3dimensionalen Raum erfassen und so über höhere ökologische Validität verfügen als bisherige Raumvorstellungstests. Ermöglicht wird dies durch den Einsatz des Augmented-Reality-Programmes Construct3D, mit Hilfe dessen virtuelle 3dimensionale Objekte in den realen Raum projiziert und mittels spezieller Brillen und Eingabegeräte wie reale Objekte gesehen und manipuliert werden können. Weiters handelt es sich bei dem geplanten Test um einen dynamischen Test (auch: Lerntest), der im Gegensatz zu konventionellen Tests nicht nur den momentanen Status einer Person misst, sondern auch deren Lernpotential. Die Leistung in herkömmlichen Tests, gerade im Raumvorstellungsbereich, ist im Allgemeinen deutlich von Variablen wie Testerfahrung oder Erfahrung mit ähnlichem Aufgabenmaterial abhängig; auch die häufig auftretenden Geschlechtsunterschiede lassen sich teilweise auf solche Erfahrungsfaktoren zurückführen. Derartige Unterschiede können häufig schon durch ein relativ kurzes Training, teilweise sogar schon durch einfache Testwiederholung, reduziert oder eliminiert werden. Mit einem dynamischen Lerntest (meist bestehend aus einem Prätest, einer Trainingsphase und einem Posttest) kann der Einfluss kurzfristiger Lernerfahrungen auf die Testleistung besser kontrolliert und somit eine höhere interne Konsistenz und prädiktive Stärke des Tests erreicht werden. Die Aufgaben des neuen Tests erfassen die mentale Bearbeitung 3dimensionaler Objekte in vorgegebener Weise (drehen, zusammenfügen, schneiden etc.); Stimuli und Instruktionen werden dabei sequentiell dargeboten werden. Dadurch wird es nötig (im Gegensatz zu den meisten herkömmlichen Tests), die Objekte tatsächlich zu encodieren und die mentalen Repräsentationen zu manipulieren. Dadurch wird die Bandbreite möglicher Strategien (z.B. Vergleich einzelner Merkmale und Ausschluss von Antwortmöglichkeiten) reduziert. Sowohl für die Entwicklung der Testaufgaben als auch zur Messung der Leistungsveränderung werden Item-Response-Modelle eingesetzt, um einerseits die Homogenität des Testmaterials zu gewährleisten und andererseits Probleme wie z.B. Deckeneffekte zu vermeiden.

Personen

Projektleiter_in

Projektmitarbeiter_innen

Institut

Förderungsmittel

  • Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF)

Forschungsschwerpunkte

  • Information and Communication Technology

Schlagwörter

DeutschEnglisch
Trainingtraining
RaumvorstellungsvermögenSpatial Abilities
Dynamischer TestDynamic Testin
Augmented RealityAugmented Reality
Item-Response-ModelsItem-Response-Models