Alltägliche öffentliche Räume und emergierende kulturelle Praktiken in Wien und Zagreb. Politiktrends und -tendenzen zwischen globalen und lokalen Transformationen.

01.01.2014 - 31.12.2015
Forschungsförderungsprojekt

Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, die Entwicklung sozialer Raumproduktion aufzuzeigen, welche durch strategische Bemu¿hungen zur Gestaltung urbaner Räume sowie die Bedeutung, welche u¿ber alltägliche
Praktiken generiert wird, aufzuzeigen. Vollkommene Darstellungen urbaner Realitäten sind durch sich ständig verändernde soziale Prozesse nicht möglich oder erstrebenswert. Das Forschungsvorhaben in diesem Projekt verknu¿pft theoretische Ansätze mit praktisch orientierten Disziplinen und bezieht sich auf die dialektische Verknu¿pfung zwischen dem (privaten) Leben in Wohnbauten und öffentlichen Räumen. Eine empirische Analyse von Nachbarschaften in Wien und Zagreb wird als Grundlage fu¿r das
Forschungsvorhaben durchgefu¿hrt. Verschiedene Haustypologien - gemeinnu¿tziger Wohnbau, Sozialbauten, oder solche mit Eigentums- oder Genossenschaftssystemen - werden oft als Spiegel globaler und lokaler Veränderungsprozesse politischer, wirtschaftlicher und sozialer Landschaften interpretiert. Sowohl bei öffentlichen Räumen als auch im Wohnbau hat man sich lange an mächtigen Bildern orientiert. Diese rufen nun kritische Reflexion, Analyse, Diskussion und Reinterpretation räumlicher Beziehungen zwischen alltäglichen Aktivitäten und den sie umgebenden Strukturen hervor, wodurch sich soziale Innovation erforschen lässt. Einerseits ist die Produktion von Räumen, welchen viel Bedeutung zugeschrieben wird, durch den Wandel bzw. das Vernachlässigen von fru¿heren Idealbildern herausgefordert. Andererseits ergibt sich diese Herausforderung auch durch die multiplen Layer öffentlicher Räume im Sinne von postfordistischen Transformationsprozessen. Diese Prozesse wirken sich zwangsläufig auf die Rolle von DesignerInnen, PlanerInnen und Raumforschenden in der Neuinterpretation solcher Räume aus. Sofern auch im akademischen Diskurs vernachlässigt, sind auch an den alltäglichen Räume in Wohnsiedlungen Veränderungen zu erkennen. In diesem Projekt soll der Fokus auch auf das soziale und kulturelle Kapital, welches an diesen Orten entsteht, sowie auf den Raumbezug Wert gelegt werden. Das Projekt geht mit Methoden qualitativer (und quantitativer) Sozialforschung vor und legt einen Schwerpunkt auf die niederschwellige Auswirkung von Spielen in Planung und Design. Demnach werden Möglichkeiten und Grenzen von Design- und Planungsprozessen, insbesondere im Thema Bildung, als ermöglichende Katalysatoren fu¿r die Konstitution der Stadt und ihren emanzipatorischen und innovativen Praktiken beleuchtet. Das Projekt zielt darauf ab den Einfluss dieser kulturellen Praktiken auf Stadtpolitik in zwei Städten, welche beide trotz unterschiedlicher lokaler Akteure, Interessen, Projekte und Politstrategien, durch scheinbar zunehmende soziale und räumliche Disparitäten geprägt sind, zu untersuchen.
Qualitativ-empirische Sozialforschung wird eingesetzt zur Untersuchung emergenter kultureller Praktiken in öffentlichen Räumen und umliegenden Wohnbauten (gelebter Raum), wie auch ku¿nstlerischer Interventionen, die soziale Innovation unterstu¿tzen (konzipierter Raum) als auch zur Analyse des Zusammenspiels von Materialien und erdachten urbanen Räumen (wahrgenommener Raum). Ergänzend erfolgt eine Einschätzung der Potenziale und Herausforderungen des sozialen und kulturellen Kapitals fu¿r Stadtpolitik im Rahmen der Raumtheorie (interpretierter Raum).

Personen

Projektleiter_in

Projektmitarbeiter_innen

Institut

Förderungsmittel

  • BM für Wissenschaft und Forschung (bm:wf) Ausschreibungskennung Wissenschaftlich-Technisches Abkommen mit Kroatien 2014-15

Forschungsschwerpunkte

  • Additional Fields of Research

Externe Partner_innen

  • Croatian Architects' Association
  • Faculty of Architecture, University of Zagreb