Dynamic Law Enforcement

01.11.1996 - 30.04.2001
Forschungsförderungsprojekt
Hauptziel des Projekts war es, ¿dynamische¿ Modelle sogenannten opferlosen Verbrechens (wie z.B. Drogenkonsum, Korruption) zu entwickeln, diese Modelle (u.a. mit Methoden der Theorie nichtlinearer dynamischer Systeme oder der optimalen Kontrolltheorie) zu analysieren, sie mit empirischen Daten zu validieren und eine entsprechende Politikberatung abzuleiten. Auf Grund der Reichhaltigkeit der Modelle im Bereich der Drogenproblematik und des regen Interesses von Seiten anerkannter internationaler Institutionen wie dem EMCDDA (European Monitoring Centre on Drugs and Drug Addiction, Lissabon, Portugal), RAND¿s DPRC (Drug Policy Research Center, Santa Monica, CA, U.S.A.) oder dem UNDCP (United Nations International Drug Control Programme, Wien, Österreich) lag das Hauptaugenmerk auf der Forschung in diesem speziellen Gebiet. Während des gesamten Projekts waren internationale Kooperationen, insbesondere jene mit Prof. Ph.D. Jonathan P. Caulkins (H. John Heinz III School of Public Policy and Management, Carnegie Mellon University, Pittsburgh, PA, U.S.A. und RAND) bzw. den obengenannten Institutionen, von großer Bedeutung. Es ist zweifelsohne gerechtfertigt zu behaupten, daß große Fortschritte in der mathematischen Modellierung des Drogenkonsums erzielt wurden, wobei die Hauptinnovation dieses Projekts in der Entwicklung und Analyse von ¿dynamischen¿ Optimierungsmodellen des Drogenkonsums lag, welche die Tatsache berücksichtigen, daß sich Drogenkonsum ¿ sowohl auf individuellem als auch auf aggregiertem Niveau ¿ über die Zeit verändert (vgl. die Bezeichnung ¿Drogenepidemie¿). Im Rahmen der Analyse dieser Modelle wurden Drogenkontrollinstrumente wie Prävention, Therapie und drogenpolizeiliche Maßnahmen, welche sich gegen Dealer richten, derart bestimmt, daß sie den diskontierten Strom der Summe aus konsumbedingten sozialen Kosten und dem eingesetzten Budget über einen gegebenen Planungshorizont minimieren. Eine naheliegende ¿ aber bis zu diesen Studien weitestgehend ignorierte ¿ Politikempfehlung besagt, daß eine optimale Drogenpolitik einen sich substantiell verändernden Instrumentenmix beinhaltet. Auf Grund der Platzbeschränkung ist es nicht möglich, hier ins Detail zu gehen, jedoch sei exemplarisch auf ein konkretes Forschungsergebnis verwiesen. So wurde z.B. gezeigt, daß Politiker, wenn sie die Existenz eines neuen Drogenproblems erkennen, entscheiden müssen, ob sie eine Politik verfolgen wollen, die sein Wachstum eindämmt, oder versuchen, den Konsum der neuen Droge ¿auszulöschen¿. Damit diese Auslöschung Erfolg haben kann, müssen Politiker in der Lage sein, massive Budgetmittel zu aquirieren ¿ selbst wenn das spezielle Drogenproblem noch relativ klein ist ¿ aber auch den Durchsetzungswillen haben, obwohl sie möglicherweise niemals Anerkennung für das Verhindern einer Epidemie erhalten werden, die für das öffentliche Auge unsichtbar blieb. Neben einer Reihe von Publikationen in Top-Zeitschriften (wie z.B. Journal of Economic Dynamics and Control, Journal of Economics, Management Science, Mathematical Biosciences, Operations Research) gehen aus diesem Projekt auch Diplomarbeiten und Dissertationen hervor, die von der ÖGOR (Österreichische Gesellschaft für Operations Research) ausgezeichnet wurden. Im letzten Projektjahr wurde in Wien ein Workshop über ¿Dynamische Drogenpolitik¿ abgehalten, an dem nationale und internationale Experten teilnahmen; der Proceedingsband dieses Workshops wird im Bulletin on Narcotics des UNDCP erscheinen, welches in fünf Sprachen übersetzt wird und daher für eine weite Verbreitung der projektrelevanten Forschungsergebnisse sorgen wird. Für Details sei auf http://www.eos.tuwien.ac.at/OR/research/EoC/ verwiesen.

Personen

Projektleiter_in

Projektmitarbeiter_innen

Institut

Förderungsmittel

  • Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF)

Schlagwörter

DeutschEnglisch
illegaler Drogenkonsumillicit drug consumption
optimale KontrolltheorieOptimal Control Theory