Monitoring der CO2 Emissionen und des Materialfußabdrucks der Stadt Wien

04.05.2021 - 03.05.2023
Auftragsforschungsprojekt

Das Projekt MOCAM wird eine Analyse des gesellschaftlichen Metabolismus Wiens erstellen, dargestellt als Materialinputs, Materialoutputs (Abfälle, Emissionen in Luft und Wasser, sowie dissipative Ausbringungen und Verluste), Bestandsveränderungen und THG-Emissionen sowie abgeleitete Indikatoren. Zur Berechnung der physischen Indikatoren wird das Projekt die Methode der Materialflussrechnung verwenden.

Die Materialflussrechnung (Economy-Wide Material Flow Accounting and Analysis, EW-MFA, im Folgenden kurz MFA genannt) ist Teil der Umweltgesamtrechnung, ihre Methoden sind im Eurostat Methodenhandbuch (Eurostat 2018) bzw. in einer wissenschaftlichen Publikation von MOCAM-Mitarbeiter:innen (Krausmann, Schandl, u. a. 2017) zusammengefasst. Die MFA quantifiziert alle materiellen Austauschbeziehungen zwischen Gesellschaft und Natur, die Berechnungseinheit sind metrische Tonnen. Die in diesem Projekt betrachteten Materialflüsse sind[1]:

-         Inputs aus der Natur in der Form von Rohstoffentnahme (Innerstädtische Entnahme; Domestic extraction, DE)

-         Importe aus anderen sozioökonomischen Einheiten in das betrachtete System (hier die Stadt Wien)

-         Outputs an die Natur (Abfälle und Emissionen; Domestic Processed Outputs, DPO)

-         Exporte an andere sozioökonomische Einheiten

Alle Materialflüsse werden entsprechend der (inter)nationalen Konventionen entlang von vier Materialkategorien zusammengefasst: Biomasse, fossile Energieträger, Metalle, und nicht-metallische Mineralstoffe. Auf der Outputseite werden die Materialflüsse außerdem nach Emissionen in die Luft (darunter alle Treibhausgasemissionen) und das Wasser, deponierte Abfälle, sowie dissipative Ausbringungen und Verluste unterschieden.

Zusätzlich erfolgt die Auswertung die Materialflüsse getrennt für verschiedene Branchen/Sektoren, wobei der Fokus im Projekt MOCAM explizit auf material- und CO2-intensive Branchen gelegt wird (Bausektor, Transportsektor, Landwirtschaft und Ernährung, Energiewirtschaft, Abfall- und Abwasserwirtschaft, u.U. Gesundheits- und Sozialwesen, Tourismus). Die Analyse nach Branchen kann durch Synergien mit bzw. Sekundärauswertung von anderen Projekten zu Österreich und der Stadt Wien bereitgestellt werden (Angaben zu den Projekten siehe Abschnitt „relevante Vorprojekte“). Eine Neu-Berechnung über Bundeländer-Input-Output Modelle wäre in Kooperation mit dem WIFO möglich und könnte außerhalb des hier veranschlagten Budgets exploriert werden.


[1] Neben diesen genannten berücksichtigt die MFA noch weitere Materialflüsse, z.B. Inputs in und Outputs von Beständen (als Bilanz in der Form von Nettozuwachs an Beständen; Net Additions to Stocks, NAS), Bilanzierungsgrößen (input and output balancing items) etc., die im vorliegenden Projekt jedoch keine Anwendung finden werden. Definition dazu können dem Eurostat MFA Handbuch (Eurostat 2018) entnommen werden. 

Personen

Projektleiter_in

Institut

Auftrag/Kooperation

  • Universität für Bodenkultur

Forschungsschwerpunkte

  • Energy and Environment

Schlagwörter

DeutschEnglisch
Urbaner Stoffhaushalt, Stoffflussanalyse, Smart City, MaterialfussabdruckUrban Metabolism, Material flow analysis, Smart City, conumption based material footprint

Externe Partner_innen

  • Universität für Bodenkultur (BOKU)