Industry4Redispatch

01.03.2021 - 28.02.2025
Forschungsförderungsprojekt

Das Vorzeigeprojekt Industry4Redispatch (I4RD) ist ein Schlüsselprojekt inner-halb der Modellregion NEFI - New Energy for Industry. I4RD wird das erste NEFI-Projekt sein, das innovative, netzunterstützende Lösungen entwickelt, die (i) die Bereitstellung von Flexibilität von der Nachfrage- und Angebotsseite auf Verteilungsnetzwerkebene für den Redispatch und (ii) die Demonstration eines Online-, vorausschauenden und ganzheitlichen Steuerungskonzepts für indust-rielle Energieversorgungssysteme ermöglichen, das die Marktteilnahme eines Unternehmens optimiert und gleichzeitig seine Energieversorgung sichert. Mit diesem Ansatz wird die Beteiligung der Industrie am Redispatch ermöglicht. Außerdem wird die technologische Entwicklung innerhalb der NEFI-Gemeinschaft gefördert, da es einen wichtigen Beitrag zu den zentralen NEFI-Innovationsfeldern Digitalisierung und Flexibilisierung der Industrie leistet.

Ausgangssituation und Motivation zur Durchführung des Vorzeigeprojektes:

Ein wachsender Bedarf an Redispatch ist vor allem durch die Integration der fluktuierenden erneuerbaren Erzeugung und die fortschreitende Integration der europäischen Stromnetze gegeben, wobei die Kosten für Redispatch in Öster-reich von 23 M€ (2015) auf 117 M€ (2018) deutlich angestiegen sind. Redis-patch ist eine notwendige Maßnahme für das Engpassmanagement auf der Ebene des Übertragungssystems, um den n-1 sicheren Betrieb aufrechtzuer-halten, wohl wissend, dass keine kritischen Betriebsbedingungen im Vertei-lungsnetz durch industrielle Redispatch-Maßnahmen auftreten dürfen, und folg-lich ist zu erwarten, dass in Zukunft auch auf Verteilnetz-Ebene Engpässe durch Redispatch gemanagt werden.

Derzeit wird in den meisten Fällen die Flexibilität von Kraftwerken für Redis-patch genutzt. Der regulatorische Rahmen und die Anreize sind derzeit für In-dustriekunden noch nicht interessant genug. Gleichzeitig steht die produzie-rende Industrie vor Herausforderungen wie dem Erreichen von Energieeffizienzzielen und der Anpassung an den sich verändernden Energie-markt. Die aktuelle Situation zeigt, dass ein hochdynamischer Industrieanla-genbetrieb oft nicht möglich ist, da es an Algorithmen fehlt, die industrielle Pro-zessoptimierung mit automatisierten Beteiligungsalgorithmen im Engpassma-nagement kombinieren.

Ziele und Innovationsgrad im Vergleich zum Stand der Technik: Das primäre Ziel von I4RD ist es, die Bereitstellung von Flexibilität von industriellen Anlagen für Redispatch zu ermöglichen. Im Rahmen des Projekts werden daher alle not-wendigen technischen, regulatorischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Voraussetzungen für die Umsetzung der Redispatch-Anforderungen, das not-wendige Zusammenspiel und die Optimierung/Steuerung zwischen TSO (Über-tragungsnetzbetreiber) und DSO (Verteilnetzbetreiber) untersucht. I4RD ist das erste Projekt in Österreich, das alle relevanten Akteure zusammenbringt, um eine integrierte Lösung zu finden, etwa durch die Automatisierung und Optimie-rung der Industrie, einen Koordinationsprozess zwischen dem TSO und den DSOs zu etablieren, ein neuartiges Redispatch-Modul auf Basis standardisier-ter Anforderungen zu entwickeln und den Wert des neuen Ansatzes durch den Proof-of-Concept zu demonstrieren. Auf diese Weise wird I4RD ungenutzte Fle-xibilität von Industriekunden für die Bereitstellung von Redispatch unter Einhal-tung der Anforderungen der DSOs genutzt.

Erwartete Ergebnisse und Erkenntnisse: I4RD wird die Redispatch-Prozesse sowie die damit verbundenen Tools für den Austausch technischer Beschrän-kungen zwischen dem TSO und den DSOs entwickeln. Zusätzlich wird I4RD das integrierte Redispatch-Konzept anhand von mehreren Demonstrationen bei verschiedenen Industrieanlagen, die im Verteilernetz angesiedelt sind, testen. Dadurch können Industriekunden mit unterschiedlichen Reifegraden der Auto-matisierungssysteme effizient angesprochen werden. Damit wird die Grundlage für das zukünftige Engagement verschiedener Industriesektoren gelegt. Eine Kosten-Nutzen-Analyse ermittelt die Wirtschaftlichkeit der jeweiligen Interes-sengruppen. Eine Skalierbarkeitsanalyse für die Interaktion zwischen TSO/ DSOs identifiziert die Auswirkungen auf das Verteilernetz, die durch ein groß angelegtes nachfrage- und angebotsseitiges Management für Redispatch im Übertragungsnetz eventuell verursacht werden, sowie die erforderlichen Infor-mationsflüsse zwischen TSO und DSOs. Schließlich wird ein Leitfaden mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Umwandlung eines konventionellen, beste-henden industriellen Energieversorgungssystems in ein flexibleres, stärker de-karbonisiertes, optimaler betriebenes System sowie die Richtlinien für den TSO-DSO-Koordinierungsprozess bereitgestellt.

Personen

Projektleiter_in

Institut

Förderungsmittel

  • Klima- und Energiefonds

Forschungsschwerpunkte

  • Computational Science and Engineering
  • Energy and Environment

Schlagwörter

DeutschEnglisch
Energieeffizienz in Industrie und GewerbeEnergy efficiency in industry and trade
Flexibilisierungflexibility

Externe Partner_innen

  • AIT Austrian Institute of Technology GmbH
  • Austrian Power Grid AG
  • Energie Kompass GmbH
  • Energienetze Steiermark GmbH
  • EVN AG
  • evon GmbH
  • Kleinkraft OG
  • Linauer Backstube GmbH
  • Mondi Group
  • Netz Burgenland GmbH
  • Netz Niederösterreich GmbH
  • Netz Oberösterreich
  • Siemens AG Österreich
  • voestalpine Stahl GmbH
  • Wiesbauer Holding AG
  • Fischer Brot GmbH