Das Projekt UrbanWaste untersuchte Abfälle im öffentlichen Raum – einen bislang kaum erforschten Abfallstrom – mithilfe eines interdisziplinären Ansatzes, der Abfallwirtschaft, Sozialwissenschaften und Design miteinander verknüpfte. Dabei wurden ungenutzte Recyclingpotenziale in öffentlichen Abfallbehältern aufgedeckt (bis zu 69 % wiederverwertbare Materialien). Zudem zeigte sich eine Diskrepanz zwischen der ausgeprägten sozialen Norm für die Mülltrennung im Haushalt und einer deutlich niedrigeren Norm im öffentlichen Raum. Zu den entscheidenden Faktoren für die Mülltrennung im öffentlichen Raum zählen der Standort der Behälter, ihre Zugänglichkeit und Gestaltung, das empfundene Verantwortungsgefühl sowie die verfügbaren kognitiven Ressourcen. Evaluierungen in Wien und Krems ergaben, dass Menschen ihren Abfall durchaus in gewissem Umfang trennen, sofern entsprechende Behälter bereitgestellt werden (in Feldversuchen wurden 17 % des Abfalls getrennt), und dass Hinweise zur korrekten Entsorgung von Wertstoffen die Beteiligung steigern können. Die Kombination aus getrennter Sammlung und automatisierter Sortierung könnte die Verwertungsrate von Wertstoffen in Wien von 4 % auf 43 % erhöhen. Die Projektergebnisse wurden im Rahmen von Stakeholder-Workshops präsentiert und diskutiert sowie über wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Kanäle – darunter eine öffentliche Projektausstellung – veröffentlicht.