Zukünftige Feuer: Interaktion mit Ökosystem und Gesellschaft

01.12.2019 - 30.11.2022
Forschungsförderungsprojekt

Feuer ist ein wichtiger Faktor für die Ökologie und die Diversität terrestrischer Ökosysteme. Es hat den Menschen auf evolutionärer Zeitskala begleitet. Der Mensch nutzt Feuer für die Bewirtschaftung und Umwandlung der Landoberfläche. Anderseits haben Feuer negative Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Wirtschaft: sie verschlechtern die Luftqualität, verursachen Verlust von Eigentum und Leben und bestimmen die Funktion und den ökonomischen Wert von Ökosystemen. Daher unterdrückt der Mensch auch die Entstehung und Ausbreitung von Feuern durch Brandbekämpfung und -vorsorge oder durch die Zerschneidung und Umwandlung natürlicher Vegetationsstrukturen. Durch diese Handlungen entsteht eine komplizierte Beziehung zwischen Mensch und Feuer, die stark von der Kultur, der Lebensgrundlage und dem ökonomischen Zustand abhängt.

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass der Klimawandel häufigere und stärkere Brände verursachen kann. Der Mensch und eine sich ändernde Sozioökonomie können dem jedoch entgegen wirken oder die Effekte verstärken. Allerdings ist der Faktor Mensch bisher in den meisten Studien und Vegetations- und Klimamodellen vernachlässigt. Vegetationsmodelle können Änderungen in Vegetation, Klima und menschlichen Faktoren berücksichtigen um Feuer zu projizieren, die genauen Zusammenhänge sind aber immer noch sehr unsicher. Mehrere neuere Studien haben die Rolle des Menschen als Hauptunsicherheitsfaktor für Änderungen von Vegetationsfeuern identifiziert.

Das FURNACES-Projekt zielt darauf ab zu verstehen und zu quantifizieren wie der Mensch das Auftreten von Feuern beeinflusst und wie sich deren Einfluss auf Ökosysteme und Gesellschaft über das 21. Im Projekt wird eine neue Datenbank erstellt werden und Satellitenbeobachtungen und globale Klima-/Vegetationsmodelle werden genutzt werden um das Verhältnis zwischen Mensch und Feuer zu beschreiben und um zugehörige Unsicherheiten zu quantifizieren. Das Projektkonsortium wird die Ziele mit einem interdisziplinären Ansatz bearbeiten. Finanziert durch die DFG und den FWF kombinieren Wissenschaftler aus Deutschland und Österreich ihre Expertise in Feuerökologie, Sozialökologie, Fernerkundung, Datenwissenschaft und Vegetationsmodellierung um die lokalen bis hin zu globalen Beziehungen zwischen dem Menschen, Klima, Vegetation und Feuer besser zu verstehen. 

Das Projekt hat die folgenden Ergebnisse zum Ziel:

1)     Eine Datenbank zu menschlicher Nutzung von Feuer basierend auf einer Metastudie verfügbarer Literature und Fallstudien.

2)     Plausible Modellansätze für den menschlichen Einfluss auf Feuer für globale Modelle.

3)     Ein Ensemble an Modellsimulationen die die Unsicherheit zukünftiger Feuer und deren Einfluss auf Ökosysteme quantifiziert.

4)     Eine Quantifizierung wie diese Änderungen zukünftiger Feuer die Gesellschaft beeinflussen.

5)     Eine Synthese des gewonnenen Wissens und Szenarien zukünftger Feuernutzung.

Diese Ergebnisse sind wertvoll für die zukünftiger Landschaftsplanung auf regionaler Ebene, aber bieten auch eine bessere Grundlage für die Berücksichtigung von Feuer in zukünftigen Klimaprojektionen von Erdsystemmodellen.

Personen

Projektleiter_in

Institut

Förderungsmittel

  • Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) (National) Internationale Programme Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) Fördergeber Typ Forschungsförderungsinstitutionen Ausschreibungskennung DACH

Forschungsschwerpunkte

  • Energy and Environment

Schlagwörter

DeutschEnglisch
FeuerFire
Vegetationvegetation
Modellierungmodels
Ökosystemecosystems

Externe Partner_innen

  • Universität für Bodenkultur (BOKU)
  • Karlsruhe Institute of Technology, Institute of Meteorology and Climate Research Atmospheric Environmental Research
  • Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum