280.560 Fokus: Stadt- und Regionalentwicklung im lokalen bis globalen Kontext Langfristige Stadtentwicklung Wiens
Diese Lehrveranstaltung ist in allen zugeordneten Curricula Teil der STEOP.
Diese Lehrveranstaltung ist in mindestens einem zugeordneten Curriculum Teil der STEOP.

2020W, SE, 2.0h, 4.0EC

Merkmale

  • Semesterwochenstunden: 2.0
  • ECTS: 4.0
  • Typ: SE Seminar
  • Format der Abhaltung: Hybrid

Lernergebnisse

Nach positiver Absolvierung der Lehrveranstaltung sind Studierende in der Lage, jeweils am Beispiel Wien die langfristigen Wirkungen von stadtentwicklungspolitischen Interventionen zu erkennen und abzuschätzen sowie den Output von Policy-Instrumenten zu analysieren bzw. zu beurteilen. Darüber hinaus sollen die Studierenden diese Erkenntnisse für die Gestaltung und den Einsatz von Policy-Instrumenten zur Bewältigung aktueller stadtentwicklungspolitischer Herausforderungen - wiederum am Beispiel Wien - anwenden können.

Inhalt der Lehrveranstaltung

Die Grundidee:

Wien hat in seiner rund 2000 jährigen Geschichte viele Brüche erlebt. Der Zerfall des römischen Reiches, die Völkerwanderung ohne nennenswerte Besiedelung, über die Rolle als kleine Residenz im Hochmittelalter führten die Jahrhunderte Wien bis zur Rolle der Haupt-, Reichs- und  Residenzstadt der Habsburger. Das 19. Jhdt. War geprägt von stürmischen Entwicklungen. Das Rote Wien, die Zerstörungen des WK II und der Wiederaufbau für eine schrumpfende Bevölkerung bis zur wohlhabenden, wachsenden Stadt mit starker Zuwanderung prägten die vergangenen 100 Jahre.

Geblieben sind Achsen und Stadtgrundrisse (seit der Römerzeit), Dichte und Kompaktheit aus dem Mittelalter, das Barock der adeligen und bürgerlichen Stadt (wenngleich mit deutlich geschrumpften Parkanlagen). Die Ringstraße, die Gründerzeitviertel (sowohl als wohlhabender Teil als auch als Zinskasernen), die Wohnbauten und Sozialeinrichtungen des Roten Wien und der Nachkriegs-Moderne sowie die Plattenbauten, der geförderte Wohnbau und die sozialen Einrichtungen mit architektonischen Herzeigeprodukten und natürlich die technische Infrastruktur (von Otto Wagners Stadtbahn, der Ohmannschen Wienflußverbauung bis zu den Leistungen der Siedlungswasserwirtschaft) prägen die Stadt bis heute.

Die durch Bevölkerungswachstum, wirtschaftlichen und technologischen Wandel aber auch durch die Veränderung der geopolitischen Lage Wiens erforderliche Anpassung der Stadtstruktur wird im Zusammenhang und aufbauend auf die vorhandene Stadtstruktur gezeigt werden. Die Führung von Straßenzügen, Hochleistungs-ÖV und die Entwicklung neuer Stadtteile baut in Wien deutlich auf der vorhandenen Stadtstruktur auf (ehem. Stadtbahnlinien als U-Bahnen, Transformation von Bahnhofs- und alten Industriearealen, Sicherung von Erholungsräumen und Rückzugsräumen für die Natur). Trotz aller Brüche – hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung auch in den vergangenen drei Dezennien – ist an der Wiener Entwicklung hohe Kontinuität erkennbar.

Auf welche Mechanismen, mit welchen Mitteln der Governance und der Finanzierung wurde dabei zurückgegriffen und wie wirken diese noch heute nach? Sind sie in der Lage langfristig Wiener Lebensrealitäten wie soziale Ausgewogenheit, geringe Ansätze zu sozialer Segregation, hohe Einkommen v.a. in den Sektoren Forschung und Entwicklung, großzügige Freiflächen und hohe Umweltqualtität unter den veränderten Rahmenbedingungen zu erhalten? Insbesondere internationale Integration, geänderte Lebensmodelle und v.a. die sich verschiebende Einkommensverteilung bilden hohe Herausforderungen. Ähnliches gilt für den technologischen Wandel und die gesetzten Ziele für den Klimaschutz. Und sind hiefür veränderte Prozesse der Information, Beteiligung und Entscheidungsfindung notwendig? Kurz: Sind die Mechanismen und Methoden anzupassen um dieselben Effekte zu erzielen, wie in den vergangenen Dekaden? Ist das in den vergangenen Jahrhunderten auch geschehen, welche Erfahrungen sind daraus ableit- bzw. überleitbar?


  • Rahmenbedingungen der Stadtentwicklung:

Grundlegende Rahmenbedingungen in räumlicher Gestaltung, technologischen Veränderungen, prägender Topografie, städtebaulichen Differenzierungen, historische Sozialstrukturen


  • Stadtentwicklung – historisch und aktuell:

Fall der Stadtmauer, historische Phasen (Neoabsolutismus, Industrialisierung), Wiens moderne Stadtentwicklung 19. - 21. Jhdt.: Rotes Wien, Austrofaschismus, Nationalsozialismus, Wiederaufbau, Metropolregion, ungebautes Wien, soziale, technische, ökologische und ökonomische Ausrichtungen der Stadtentwicklung Veränderungen der technologischen und technischen Ausstattung, Technologische Neuerungen, Smart City


  • Instrumente und Strategien der Stadtentwicklung:

Ringstraße, Generalregulierungsplan, Otto Wagners Planungskonzept, Grundlagen der baulichen Interventionen im roten Wien, Faschistische und Nationalsozialistische Planungen (Groß-Wien), Städtebauliche Leitlinien, Stadtentwicklungspläne, wesentliche Fachpläne, Strategiepläne, SmartCity Konzept,


  • Instrumente der Politiken:

An den Beispielen Wohnbauförderung, Mietrecht, Grundstücksbewirtschaftung, Verkehrspolitik, Partizipation usw.


  • Gegenwärtige Risiken und Chancen:

Technologischer Wandel (Beispiel Verkehr u.a.), soziologischer Wandel (geänderte Lebensmodelle usw.)Klimawandel, Covid19 Pandemie, politische Impacts.


  • Exkursionen:

Zwei Exkursionen zu typischen Bereichen, an denen die langfristige Entwicklung der Stadt verdeutlicht werden können. Dazu werden ExpertInnen eingeladen.

Die LVA wird abgeschlossen mit einem interaktiver Block mit externen ExpertInnen (nicht nur aber auch AbsolventInnen der Studienrichtung).

Methoden

Plenumstermine (Teilnahmepflicht an allen Terminen!)

Die LVA wird elektronisch abgehalten.

Zwei Exkursionen

interaktiver Block mit externen ExpertInnen


Prüfungsmodus

Prüfungsimmanent

Weitere Informationen

 Beachten Sie beim Verfassen der Ausarbeitung bitte die Richtlinie der TU Wien zum Umgang mit Plagiaten: Leitfaden zum Umgang mit Plagiaten (PDF)

Vortragende

Institut

LVA Termine

TagZeitDatumOrtBeschreibung
Mi.10:00 - 12:0014.10.2020 wird elektronisch abgehaltenVorlesung
Mi.10:00 - 12:0021.10.2020 wird elektronisch abgehaltenVorlesung
Mi.10:00 - 12:0028.10.2020 wird elektronisch abgehaltenVorlesung
Mi.10:00 - 14:0011.11.2020 Exkursion
Mi.10:00 - 12:0018.11.2020 wird elektronisch abgehaltenVorlesung
Mi.10:00 - 12:0025.11.2020 wird elektronisch abgehaltenVorlesung
Mi.10:00 - 12:0009.12.2020 wird elektronisch abgehaltenVorlesung
Mi.10:00 - 12:0016.12.2020 wird elektronisch abgehaltenVorlesung
Mi.10:00 - 12:0013.01.2021 wird elektronisch abgehaltenVorlesung
Mi.10:00 - 13:0027.01.2021 wird elektronisch abgehaltenPräsentation der Studierendenarbeiten

Leistungsnachweis

Als Leistungsnachweis wird von den StudentInnen eine Seminararbeit zu definierten Themen gefordert, die zum Abschluss der LVA vor ExpertInnen präsentiert und diskutiert wird.

Beurteilt werden:

- Qualität des Forschungsvorhabens
- Qualität der Präsentation
- Qualität des Exposés

LVA-Anmeldung

Von Bis Abmeldung bis
21.09.2020 10:00 07.10.2020 23:59 07.10.2020 23:59

Zulassungsbedingung

Voraussetzung für die Anmeldung ist eine Fortmeldung zu einem der folgenden Studien:

Curricula

StudienkennzahlSemesterAnm.Bed.Info
066 440 Raumplanung und Raumordnung

Literatur

Es wird kein Skriptum zur Lehrveranstaltung angeboten.

Sprache

Deutsch