260.781 Entwerfen HALF A CITY – Stadtproduktion zwischen Kontrolle und Laissez-Faire
Diese Lehrveranstaltung ist in allen zugeordneten Curricula Teil der STEOP.
Diese Lehrveranstaltung ist in mindestens einem zugeordneten Curriculum Teil der STEOP.

2022W, UE, 4.0h, 5.0EC

Merkmale

  • Semesterwochenstunden: 4.0
  • ECTS: 5.0
  • Typ: UE Übung
  • Format der Abhaltung: Präsenz

Lernergebnisse

Nach positiver Absolvierung der Lehrveranstaltung sind Studierende in der Lage städtebauliche und planerische Konzepte und Pläne vergleichend zu analysieren und in Hinblick auf ihre jeweiligen Potentiale zu evaluieren. Weiters wurde die Fähigkeit eingeübt Planungsansätze - im Spannungsfeld von Kontrolle und Laissez-Faire - für einen spezifischen stadträumlichen Kontext (Südrand von Wien) zu entwickeln. 

 

Inhalt der Lehrveranstaltung

Im Rahmen alternativer Planungskonzepte und Projekte wurden die klassischen Instrumente der modernen Stadtplanung immer wieder in Frage gestellt und nach offeneren, prozess-orientierten Modellen unter Einbindung einer möglichst breiten und diversen Gruppe von Akteur:innen gesucht. Im Zuge der Kritik an einer einseitigen Top-down Planung wurde u.a. auch die Einbeziehung der betroffenen Bevölkerung in die Stadtentwicklung gefordert und nach Strategien gesucht, die den Stadtwerdungsprozess für unvorhersehbare Entwicklungen und für sich wandelnde Bedürfnisse der Stadtbewohner:innen offen halten können. In Zeiten der sogenannten „Polykrise“ (Klimawandel, Migration, Versorgung, Sicherheit) und der abgeleiteten Forderung nach verstärktem staatlichen Eingriff und Kontrolle, stellt sich die Frage, wie gleichzeitig Spielräume und Reserven für eine emanzipiert agierende Stadtgesellschaft erhalten werden können.

Wie kann eine strategische Offenheit in der Planung gleichzeitig eine nachhaltige Qualitätssicherung gewährleisten? Wie weit darf Eigeninitiative in den städtischen Raum eingreifen und ab welchem Moment geraten damit auch allgemeine Interessen ins Hintertreffen? Inwiefern unterscheidet sich eine Stadtproduktion „von unten“ vom kapitalistischen Modell der Stadtproduktion, das ebenfalls auf privater Initiative basiert? Nicht zuletzt berührt diese Frage auch die Flächenwidmung, Baugesetze und Bebauungspläne. Wie weit müssen die gesetzlichen Regulierungen und Vorgaben gehen, wo müssen sie genau sein, und wo Luft und Spielräume für Aneignung und Originalität im Umgang mit den Regeln lassen?       

Im Rahmen der LVA werden wir uns mit historischen und gegenwärtigen Prozessen der Stadtentwicklung und -produktion im Spannungsfeld von Kontrolle und Gewähren-lassen beschäftigen. Dazu recherchieren und analysieren wir gemeinsam verschiedene Beispiele offener Stadtproduktion in Wien und anderen vergleichbaren Städten: Modelle der Genossenschaftlichen Planung und Umsetzung, städtebauliche Werkstattverfahren, Prozesse der Bürgerbeteiligung, usw. 

Wir diskutieren Vor-/ Nachteile der Autor:innenschaft, der Einbindung von Akteur:innen und der Partizipation fachfremder Gruppen an komplexen Planungsprozessen. Nicht zuletzt wird dadurch Selbstverständnis und Rolle der Planer:innen kritisch zu betrachten und neu zu definieren sein, genauso wie die Rolle der Stadt und ihrer an der Planung beteiligten Institutionen und von Bauunternehmen und Investor:innen. Es werden Fragen nach Zielen von Bauregeln diskutiert und deren Wirkungsweise analysiert. Auch die Beschaffenheit von baulichen Strukturen und die Frage nach ihrer Adaptierbarkeit und Transformationsfähigkeit wird uns beschäftigen.

Welche positiven Effekte kann eine Kooperation Top-down/Bottom-up für die Stadt bringen?

Die Ergebnisse und Reflexionen werden dann in der zweiten Hälfte des Semesters zum Ausgangspunkt einer Stadterkundung und Testplanung am Wiener Südrand. Die LVA wird im Sommersemester 2023 fortgesetzt und ermöglicht eine Vertiefung der Testplanung oder auch theoretischer Ansätze.

Methoden

-- Überblick zur Thematik durch Krammer/Bretschneider

-- Gemeinsame Recherchephase (Teams) zu ausgewählten Themenschwerpunkten

-- Vergleichende Diskussion unterschiedlicher aktueller und historische Ansätze und Konzepte

-- Entwicklung von Planungskonzepten und entwerferische Überprüfung in Gruppen von 2 bis 3 Studierenden (research by design)

-- Einzelkorrekturen, Workshops und gemeinsame Diskussion der Testprojekte

 

 

Prüfungsmodus

Prüfungsimmanent

Vortragende Personen

Institut

LVA Termine

TagZeitDatumOrtBeschreibung
Do.14:00 - 18:0006.10.2022Seminarraum 8 Kick-Off
Do.14:00 - 18:0013.10.2022 - 26.01.2023Projektraum STB - 5/260 - Achtung! Werkraum, kein Seminarraum! Korrektur
Entwerfen HALF A CITY – Stadtproduktion zwischen Kontrolle und Laissez-Faire - Einzeltermine

Leistungsnachweis

Wöchentliche Korrekturen, Zwischenpräsentationen, Endabgabe. Der Leistungsnachweis erfolgt immanent. D.h. sowohl die Mitarbeit während aller Lehrveranstaltungseinheiten an der TU, als auch die kontinuierliche Arbeit zwischen diesen Einheiten, sowie die Qualität ebendieser und der Endabgabe werden zur Notenfindung herangezogen.

-- Analyse, Evaluation und Präsentation von ausgewählten Planungskonzepten (Theorie und Praxis)

-- Kritische Hinterfragung des Verhältnisses von Planungskonzepten und Realisierung

-- Entwicklung eines eigenen konzpetionellen Zugangs aus den Kenntnissen der vorangegangenen Recherche

-- Erarbeitung eines Testentwurf im konkreten stadträumlichen Kontexts des Wiener Südrands

 

 


 

 

 

Bewerbung

TitelBewerbungsbeginnBewerbungsende
Entwerfen Master / Künstlerische Projekte (5 ECTS)12.09.2022 09:0026.09.2022 23:59

Curricula

StudienkennzahlSemesterAnm.Bed.Info
066 443 Architektur

Literatur

Es wird kein Skriptum zur Lehrveranstaltung angeboten.

Vorkenntnisse

-- Erfahrung im Bereich des städtebaulichen Entwurfs
-- Grundkenntnisse zu städtebaulichen Leitbildern und Planungskonzepten

Sprache

Deutsch