280.933 Themen der Raumplanung - Langfristige Stadtentwicklung Wiens
Diese Lehrveranstaltung ist in allen zugeordneten Curricula Teil der STEOP.
Diese Lehrveranstaltung ist in mindestens einem zugeordneten Curriculum Teil der STEOP.

2021W, SE, 2.0h, 3.0EC

Merkmale

  • Semesterwochenstunden: 2.0
  • ECTS: 3.0
  • Typ: SE Seminar
  • Format der Abhaltung: Distance Learning

Lernergebnisse

Nach positiver Absolvierung der Lehrveranstaltung sind Studierende in der Lage, jeweils am Beispiel Wien die langfristigen Wirkungen von stadtentwicklungspolitischen Interventionen zu erkennen und abzuschätzen sowie den Output von Policy-Instrumenten zu analysieren bzw. zu beurteilen. Darüber hinaus sollen die Studierenden diese Erkenntnisse für die Gestaltung und den Einsatz von Policy-Instrumenten zur Bewältigung aktueller stadtentwicklungspolitischer Herausforderungen - wiederum am Beispiel Wien - anwenden können.

Inhalt der Lehrveranstaltung

Die Grundidee:

Wien hat in seiner rund 2000-jährigen Geschichte viele Brüche erlebt. Der Zerfall des römischen Reiches, die Völkerwanderung ohne nennenswerte Besiedelung, über die Rolle als kleine Residenz im Hochmittelalter führten die Jahrhunderte Wien bis zur Rolle der Haupt-, Reichs- und Residenzstadt der Habsburger. Das 19. Jhdt. war geprägt von stürmischen Entwicklungen. Das Rote Wien, die Zerstörungen des WK II und der Wiederaufbau für eine schrumpfende Bevölkerung bis zur wohlhabenden, wachsenden Stadt mit starker Zuwanderung prägten die vergangenen 100 Jahre. Nunmehr sind die Herausforderungen des Klimawandels  und wieder einmal die Folgen einer Pandemie bei der Stadtentwicklung zu berücksichtigen.

Geblieben sind Achsen und Stadtgrundrisse (seit der Römerzeit), Dichte und Kompaktheit aus dem Mittelalter, das Barock der adeligen und bürgerlichen Stadt (wenngleich mit deutlich geschrumpften Parkanlagen). Die Ringstraße, die Gründerzeitviertel (sowohl als wohlhabender Teil als auch als Zinskasernen), die Wohnbauten und Sozialeinrichtungen des Roten Wien und der Nachkriegs-Moderne sowie die Plattenbauten, der geförderte Wohnbau und die sozialen Einrichtungen mit spezifischen architektonischen Leistungen und die technische Infrastruktur (von Otto Wagners Stadtbahn, der Ohmannschen Wienflußverbauung bis zu den Leistungen der Siedlungswasserwirtschaft) prägen die Stadt bis heute.

Die durch Bevölkerungswachstum, wirtschaftlichen und technologischen Wandel aber auch durch die Veränderung der geopolitischen Lage Wiens erforderliche Anpassung der Stadtstruktur wird im Zusammenhang und aufbauend auf die vorhandene Stadtstruktur gezeigt werden. Die Führung von Straßenzügen, Hochleistungs-ÖV und die Entwicklung neuer Stadtteile baut in Wien deutlich auf der vorhandenen Stadtstruktur auf (ehem. Stadtbahnlinien als U-Bahnen, Transformation von Bahnhofs- und alten Industriearealen, Sicherung von Erholungsräumen und Rückzugsräumen für die Natur). Trotz aller Brüche – hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung auch in den vergangenen drei Dezennien – ist an der Wiener Entwicklung hohe Kontinuität erkennbar.

Aber gerade in den letzten Jahren zeigen sich Einflüsse privatwirtschaftlicher Interventionen, die Wien näher an andere Großstädte heranführt: steigende Bodenpreise, tw. explodierende Mieten und Wohnungspreise, stärkere Segregationsprozesse werden erkennbar. Auch die Umgestaltung der Stadt zu einer, den klimatischen Veränderungen gewachsenen Metropole steht an.

Auf welche Mechanismen, mit welchen Mitteln der Governance und der Finanzierung wurde dabei zurückgegriffen und wie wirken diese noch heute nach? Sind sie in der Lage langfristig Wiener Lebensrealitäten wie soziale Ausgewogenheit, geringe Ansätze zu sozialer Segregation, hohe Einkommen v.a. in den Sektoren Forschung und Entwicklung, großzügige Freiflächen und hohe Umweltqualtität unter den veränderten Rahmenbedingungen zu erhalten? Insbesondere internationale Integration, geänderte Lebensmodelle und v.a. die sich verschiebende Einkommensverteilung bilden hohe Herausforderungen. Ähnliches gilt für den technologischen Wandel und die gesetzten Ziele für den Klimaschutz. Und sind hiefür veränderte Prozesse der Information, Beteiligung und Entscheidungsfindung notwendig? Kurz: Sind die Mechanismen und Methoden anzupassen, um dieselben Effekte zu erzielen, wie in den vergangenen Dekaden? Ist das in den vergangenen Jahrhunderten auch geschehen, welche Erfahrungen sind daraus ableit- bzw. überleitbar?

 

Die Inhalte:

Rahmenbedingungen der Stadtentwicklung:

grundlegende Rahmenbedingungen in räumlicher Gestaltung, technologische Veränderungen, prägende Topografie, städtebaulichen Differenzierungen, historische Sozialstrukturen.

Stadtentwicklung – historisch und aktuell:

Fall der Stadtmauer, historische Phasen (Neoabsolutismus, Industrialisierung), Wiens moderne Stadtentwicklung 19. - 21. Jhdt.: Rotes Wien, Austrofaschismus, Nationalsozialismus, Wiederaufbau, Metropolregion, ungebautes Wien, soziale, technische, ökologische und ökonomische Ausrichtungen der Stadtentwicklung Veränderungen der rechtlichen, technologischen und technischen Ausstattung, Technologische Neuerungen, Smart City.

Instrumente und Strategien der Stadtentwicklung:

Ringstraße, Generalregulierungsplan, Otto Wagners Planungskonzept, Grundlagen der baulichen Interventionen im roten Wien, Faschistische und Nationalsozialistische Planungen (Groß-Wien), Städtebauliche Leitlinien, Stadtentwicklungspläne, wesentliche Fachpläne, Strategiepläne, SmartCity Konzept, Städtebauliche Konzepte für Stadtentwicklungsgebiete (z.B. Hauptbahnhof, Nordbahnhof, Seestadt Aspern, Coca Cola Gründe).

Instrumente der Politiken:

An den Beispielen Wohnbauförderung, Mietrecht, Grundstücksbewirtschaftung, Vorgaben für die Flächenwidmung, Verkehrspolitik, Partizipation usw.

Gegenwärtige Risiken und Chancen:

Technologischer Wandel (Beispiel Verkehr u.a.), soziologischer Wandel (geänderte Lebensmodelle usw.), Klimawandel, politische Impacts.

Exkursionen:

Zwei Exkursionen zu typischen Bereichen, an denen die langfristige Entwicklung der Stadt verdeutlicht werden kann.

Die LVA wird abgeschlossen mit einem interaktiven Block mit externen Expert*innen (nicht nur aber auch Absolvent*innen der Studienrichtung).

 

Methoden

Plenumstermine (Teilnahmepflicht an allen Terminen!)

Die LVA wird elektronisch abgehalten.

Zwei Exkursionen

interaktiver Block mit externen ExpertInnen

 

Prüfungsmodus

Prüfungsimmanent

Weitere Informationen

Beachten Sie beim Verfassen der Ausarbeitung bitte die Richtlinie der TU Wien zum Umgang mit Plagiaten: Leitfaden zum Umgang mit Plagiaten (PDF)

Vortragende Personen

Institut

LVA Termine

TagZeitDatumOrtBeschreibung
Mi.10:00 - 12:0006.10.2021Hörsaal 14 Besprechung der LVA, Seminar
Mi.10:00 - 12:0013.10.2021Hörsaal 14 Auswahl der Themen für die Seminararbeit
Mi.10:00 - 12:0020.10.2021Hörsaal 14 Seminar - Einheit
Mi.10:00 - 12:0003.11.2021Hörsaal 14 Seminar - Einheit
Mi.10:00 - 12:0010.11.2021Hörsaal 14 Seminar - Einheit
Mi.10:00 - 14:0017.11.2021 Treff: U6 Spittelau Ausgang Josef Holaubek PlatzExkursion
Mi.10:00 - 12:0024.11.2021Hörsaal 14 Präsentation des Konzepts der Seminararbeit
Mi.10:00 - 12:0001.12.2021Hörsaal 14 Seminar - Einheit
Do.10:00 - 12:0009.12.2021 Treff: Löwe HauptbahnhofExkursion
Mi.12:00 - 14:0012.01.2022Hörsaal 14 Seminar - Einheit
Mi.10:00 - 13:0019.01.2022 via ZOOM abgehalten (LIVE)Vorpräsentation der Seminararbeit
Mi.10:00 - 16:0026.01.2022Hörsaal 14 Interaktive Präsentation der Seminararbeit vor geladenen Expert*innen und Kolleg*innen

Leistungsnachweis

Als Leistungsnachweis wird von den StudentInnen eine Seminararbeit zu definierten Themen gefordert, die zum Abschluss der LVA vor ExpertInnen präsentiert und diskutiert wird.

Beurteilt werden:

- Qualität des Forschungsvorhabens
- Qualität der Präsentation
- Qualität des Exposés 

LVA-Anmeldung

Von Bis Abmeldung bis
06.09.2021 10:00 05.10.2021 23:59 05.10.2021 23:59

Zulassungsbedingung

Voraussetzung für die Anmeldung ist eine Fortmeldung zu einem der folgenden Studien:

Curricula

StudienkennzahlSemesterAnm.Bed.Info
033 240 Raumplanung und Raumordnung

Literatur

Es wird kein Skriptum zur Lehrveranstaltung angeboten.

Sprache

Deutsch