260.648 Großes Entwerfen Co-Existenz: Rautenweg - Zwischen Stadtrand, Müllbergen und Baggerseen
Diese Lehrveranstaltung ist in allen zugeordneten Curricula Teil der STEOP.
Diese Lehrveranstaltung ist in mindestens einem zugeordneten Curriculum Teil der STEOP.

2021S, UE, 8.0h, 10.0EC
TUWEL

Merkmale

  • Semesterwochenstunden: 8.0
  • ECTS: 10.0
  • Typ: UE Übung
  • Format der Abhaltung: Hybrid

Lernergebnisse

Nach positiver Absolvierung der Lehrveranstaltung sind Studierende in der Lage...

Die Potenziale und Komplexität der gebauten Umwelt zu erkennen, daraus richtungsweisende planerische Fragestellungen abzuleiten und diese Fragen durch die spezifische Ausformulierung eines konzeptuellen städtebaulichen, architektonischen Entwurfs zu beantworten. Stadt- und Raumproduktion soll anhand einer entwurfsorientieren Aufgabenstellung als ganzheitliche, transdisziplinäre Auseinandersetzung erfahren werden. Architektur und Städtebau sollen als kulturelle Praxis mit gesellschaftlicher Relevanz und als gestalterische Herausforderung einschließlich ihrer sozialen, ökonomischen, ökologischen und prozessualen Implikationen verstanden werden. Die Vermittlung adäquater Analyse-, Entwurfs- und Darstellungsmethoden und die Einführung in relevante Diskurse sind ein wesentlicher Teil der Lehrveranstaltung. 

Die Ziele der Lehrveranstaltung sind es zu lernen wie eng Infrastrukturplanung und Stadtplanung miteinander verknüpft sind und in wieweit sie den Stadtkörper prägen, als auch das lose Nebeneinander und teilweise Durcheinander der Peripherie und ihre zum großen Teil spektakulären Infrastrukturbauten und deren Relevanz für die Raumproduktion zu erkennen. Es werden Methoden erarbeitet, sie in eine produktive Co-Existenz zu bringen. Infrastrukturbauten sind oft umgeben durch Restflächen. Die Aufgabe besteht darin, zu erörtern, in welcher Form diese produktiv und nutzbar gemacht werden können.  

Die Lehrveranstaltung wird Cross-Over Workshops mit den beiden Lehrveranstaltungen des Sommersemesters anbieten: „Co-existenz: Zentralfriedhof“ und „Co-existenz: Limmattal“, um den Studierenden die Möglichkeit zu bieten ähnliche Phänomene an unterschiedlichen Peripherie Situationen vergleichend zu analysieren.

Inhalt der Lehrveranstaltung

Videopräsentation des Themas "Co-Existenz":

https://tube1.it.tuwien.ac.at/videos/watch/fba07688-3877-40a5-95c0-0e10b697c41f

Videopräsentation der LVA:

https://tuwien.zoom.us/rec/share/3MdgnTLMro2U11uQ3p35fQH78AwdtwqLNoL1G2aL4XGFIxO5HLMpGJn76Jyry_Jl.NGVIYJHVHVRijO2f 

Am Nordostrand Wiens erhebt sich an der Grenze von Floridsdorf und Donaustadt im Archipel städtischer Infrastrukturen ein artifizieller Berg: die Deponie Rautenweg. Sie okkupiert wie viele andere Infrastrukturprojekte an der Peripherie eine riesige Fläche Stadtraum. Jahr um Jahr, Schicht um Schicht wächst dieser Berg aus den Rückständen verbrannter Abfälle der Wiener Haushalte an. Doch außer der seltenen Haubenlerche und der vom Aussterben bedrohten Pinzgauer Bergziege erklimmt kaum ein Bewohner jemals seinen Gipfel. Umgrenzt von Zäunen und bis ins Grundwasser reichenden Dichtwänden ist die Deponie oberirdisch und unterirdisch hermetisch abgeriegelt.

Im Zuge der Donauregulierung rückte die linke Donauseite in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts näher an die Stadt heran. Heute zählen die Bezirke Floridsdorf und Donaustadt mit zusammen 360.0000 Einwohnern zu den zahlen- und flächenmäßig größten Bezirken Wiens. Sie spielen eine zentrale Rolle bei der Aufgabe, der weiterhin anwachsenden Stadtbevölkerung qualitativen Wohn- und Lebensraum zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig sind die Bezirke ihrem peripheren Ruf nie ganz entkommen. Der umgangssprachlich gängige Begriff „Transdanubien“ deutet darauf hin. Augenscheinlich ist hier die Siedlungsstruktur deutlich stärker von der losen Agglomeration der Funktionen und dem Nebeneinander von Infrastrukturen geprägt, je weiter man sich der Stadtgrenze nähert. Es scheinen an vielen Orten andere Spielregeln zu gelten als auf der rechten Donauseite.

Entlang des Rautenwegs, der im Westen am Einkaufszentrum „City Gate“ und der U1 Station Aderklaaer Straße beginnt, die S2 Nordrandschnellstraße unterquert und sich nach Osten Richtung Donaustadt in der Kleingartenanlage Peitschenwasser verliert, hat sich eine heterogene Landschaft, städtischer Ver- und Entsorgungsinfrastrukturen herausgebildet, die einen breiten Querschnitt typischer peripherer Funktionen abbildet. Die Entwicklung um das Citygate beweist: Die Stadt rückt immer näher und dehnt sich in die Peripherie aus. 

Die Mülldeponie Rautenweg am nördlichen Stadtrand nimmt eine zentrale Funktion in der Entsorgungslandschaft Wiens ein. Neben ihrer eigentlichen Aufgabe als Ablagerungsstätte der letzten Überbleibsel einer marktwirtschaftlich organisierten Konsum- und Wegwerfgesellschaft könnte die Deponie vor dem Hintergrund von Klimawandel und Digitalisierung aber auch andere Rollen spielen. Sie wirft die Fragen nach dem Mehrwert und der Integration infrastruktureller Artefakte im Stadtraum auf, beispielsweise als Teil ökonomischer und ökologischer Kreisläufe. Nicht zuletzt beflügeln Berge unsere Fantasie: So zeigen einige Beispiele aus anderen Städten, dass künstliche Berge für ihre Bewohner wichtige Funktionen und Bedeutungen erlangen können. 

Die Lehrveranstaltung widmet sich der Deponie Rautenweg, ihren Rändern und ihrer Umgebung, sichtbaren und unsichtbaren Verbindungen mit dem Stadtraum, analysiert ihre Eigenschaften, Einflüsse und Bedeutungen im Gesamtkontext der Stadt und versucht anhand räumlicher Vorschläge die Integration von Infrastruktur in den Stadtraum in Verbindung mit produktiver Stadt neu und anders zu denken.  Es wird mittels der spekulativen Kraft städtebaulicher Projekte auch um die Frage gehen, ob eine andere Verbindung von Landschafts- und Stadtraum, von Natur und Kultur möglich und ob diese planbar ist. 

 

Methoden

Die Arbeit erfolgt in Gruppen von 2-3 Studierenden. Im Fall einer Bachelorarbeit ist auch eine Einzelarbeit denkbar. 

In 3 aufeinander aufbauenden Übungsschritten wird das Thema behandelt. Dabei wird Schritt für Schritt durch Inputvorträge und den Ansatz, Entwerfen und Forschen sowie konzeptionelles und gestalterisches Handeln kreativ miteinander zu verknüpfen, Wissen generiert und eine eigenständige entwerferische Position entwickelt. 

Dazu ist sind Synergien mit den großen Entwerfen „Zentralfriedhof“ und „Limmattal“ geplant. Alle Entwerfen gehen der übergeordneten Frage der Integrierbarkeit und Adaptierbarkeit peripherer Infrastrukturen in unterschiedlichen städtischen Kontexten nach und setzen auf aktive Diskussion und Kooperation der Studierenden. 

Übungsschritte:

1. ATLAS: Mapping und Analyse der Deponie Rautenweg und der peripheren Funktionen, Strukturen und Zwischenräume in ihrer Umgebung

2. SZENARIEN: Weiterdenken – unterschiedliche Szenarien für den künstlichen Berg in der Ver- und Entsorgungslandschaft Rautenweg und im Kontext der Wiener Stadtrands

3. FOKUS: Entwurf eines städtebaulichen Leitbilds 2035 für die Deponie, ihre Ränder und die Umgebung

Prüfungsmodus

Prüfungsimmanent

Weitere Informationen

Bewerbung:

Mit Portfolio über TU-Pool ab 15.2.2021

Kick-Off Termin:

4.3.2021, 9-11 Uhr via Zoom: 933 1229 5136

Wochentermine immer Donnerstag vormittag, 9-13 Uhr

Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie kommt es zur Durchführung der LVA via TUWEL Kurs, Anpassung an Hybrid-Lehrformat wird jedoch angestrebt, falls sich die Möglichkeit durch Lockerungen im Verlauf des Sommersemesters ergibt.

Vortragende Personen

Institut

LVA Termine

TagZeitDatumOrtBeschreibung
Do.09:00 - 13:0004.03.2021 - 24.06.2021 Wochentermin
Fr.09:00 - 12:0026.03.2021 Inputvortrag
09:00 - 20:0027.05.2021 - 28.05.2021 Workshop mit Entwerfen Zentralfriedhof
Großes Entwerfen Co-Existenz: Rautenweg - Zwischen Stadtrand, Müllbergen und Baggerseen - Einzeltermine
TagDatumZeitOrtBeschreibung
Do.04.03.202109:00 - 13:00 Wochentermin
Do.11.03.202109:00 - 13:00 Wochentermin
Do.18.03.202109:00 - 13:00 Wochentermin
Do.25.03.202109:00 - 13:00 Wochentermin
Fr.26.03.202109:00 - 12:00 Inputvortrag
Do.15.04.202109:00 - 13:00 Wochentermin
Do.22.04.202109:00 - 13:00 Wochentermin
Do.29.04.202109:00 - 13:00 Wochentermin
Do.06.05.202109:00 - 13:00 Wochentermin
Do.20.05.202109:00 - 13:00 Wochentermin
Do.27.05.202109:00 - 20:00 Workshop mit Entwerfen Zentralfriedhof
Fr.28.05.202109:00 - 20:00 Workshop mit Entwerfen Zentralfriedhof
Do.10.06.202109:00 - 13:00 Wochentermin
Do.17.06.202109:00 - 13:00 Wochentermin
Do.24.06.202109:00 - 13:00 Wochentermin

Leistungsnachweis

Wöchentliche Korrekturen, Zwischenpräsentationen, Endabgabe. Der Leistungsnachweis erfolgt immanent. D.h. sowohl die Mitarbeit während aller Lehrveranstaltungseinheiten an der TU, als auch die kontinuierliche Arbeit zwischen diesen Einheiten, sowie die Qualität ebendieser und der Endabgabe werden zur Notenfindung herangezogen. 

Bewerbung

TitelBewerbungsbeginnBewerbungsende
Master Gr. Entwerfen 2021S15.02.2021 09:0022.02.2021 23:59

Curricula

StudienkennzahlSemesterAnm.Bed.Info
066 443 Architektur

Literatur

Es wird kein Skriptum zur Lehrveranstaltung angeboten.

Vorkenntnisse

Studio Städtebau

Begleitende Lehrveranstaltungen

Weitere Informationen

Sprache

Deutsch