260.646 Großes Entwerfen Co-Existenz: Limmattal - Zwischen Infrastrukturen, Industrien + (Stadt)Landschafft
Diese Lehrveranstaltung ist in allen zugeordneten Curricula Teil der STEOP.
Diese Lehrveranstaltung ist in mindestens einem zugeordneten Curriculum Teil der STEOP.

2021S, UE, 8.0h, 10.0EC

Merkmale

  • Semesterwochenstunden: 8.0
  • ECTS: 10.0
  • Typ: UE Übung
  • Format der Abhaltung: Hybrid

Lernergebnisse

Nach positiver Absolvierung der Lehrveranstaltung sind Studierende in der Lage...

Die Potenziale und Komplexität der gebauten Umwelt zu erkennen, daraus richtungsweisende planerische Fragestellungen abzuleiten und diese Fragen durch die spezifische Ausformulierung eines konzeptuellen städtebaulichen und architektonischen Entwurfs zu beantworten. Stadt- und Raumproduktion soll anhand einer entwurfsorientieren Aufgabenstellung als ganzheitliche, transdisziplinäre Auseinandersetzung erfahren werden. Architektur und Städtebau sollen als kulturelle Praxis mit gesellschaftlicher Relevanz und als gestalterische Herausforderung einschließlich ihrer sozialen, ökonomischen, ökologischen und prozessualen Implikationen verstanden werden. Die Vermittlung adäquater Analyse-, Entwurfs- und Darstellungsmethoden und die Einführung in relevante Diskurse sind ein wesentlicher Teil der Lehrveranstaltung. 

Die Ziele der Lehrveranstaltung sind es zu lernen wie eng Infrastrukturplanung und Stadtplanung miteinander verknüpft sind und in wieweit sie den Stadtkörper prägen, als auch das lose Nebeneinander und teilweise Durcheinander der Peripherie und ihre zum großen Teil spektakulären Infrastrukturbauten und deren Relevanz für die Raumproduktion zu erkennen. Es werden Methoden erarbeitet, sie in eine produktive Co-Existenz zu bringen. Infrastrukturbauten sind oft umgeben durch Restflächen. Die Aufgabe besteht darin, zu erörtern, in welcher Form diese produktiv und nutzbar gemacht werden können.  

Die Lehrveranstaltung wird Cross-Over Workshops anbieten mit den beiden Lehrveranstaltungen des Sommersemesters: Co-existenz: Zentralfriedhof, zwischen Gräbern, Kleingärten und Großstrukturen und Co-existenz: Rautenweg, zwischen Stadtrand, Müllbergen und Baggerseen, um den Studierenden die Möglichkeit zu bieten ähnliche Phänomene an unterschiedlichen Peripherie Situationen vergleichend zu analysieren.

Inhalt der Lehrveranstaltung

https://tube1.it.tuwien.ac.at/videos/watch/7da35d0d-08d0-4d91-b3c5-9ed5b9c74f0a

Infrastrukturen sind raumgreifend und oft spektakulär. Meist ausschließlich aus technischer Perspektive entwickelt, entbehren sie oft einer gestalterischen Einbettung in den gebauten Kontext. Für das Funktionieren der Stadt sind sie essenziell und prägen sowohl oberirdisch als auch unterirdisch ihre Gestalt. Infrastrukturelle Versorgungseinrichtungen werden gerne an den Rand, die Peripherie der Stadt gelegt. Flussräume, Gleisräume, Straßen aber auch Versorgungsinfrastrukturen wie Klärwerke und Stadtwerke, Recyclingstationen, Müllhalden und Friedhöfe sind für das Funktionieren des Organismus Stadt notwendig wie für Lebewesen Organe, Venen und Arterien.

Die infolge der Urbanisierungsprozesse fortschreitende Ausdehnung von Städten haben viele dieser Infrastrukturen inzwischen in ihre Stadtkörper inkorporiert. Bahnhöfe der ersten Stunde sind hier eines der besten Beispiele, die ursprünglich am Stadtrand geplant waren, aber inzwischen innerstädtische Knotenpunkte an den urbansten Orten der Stadt sind. 

Diese Entwicklung hat auch das Limmattal, gelegen zwischen Zürich und Baden, durchgemacht. Die früher mehrheitlich ländlich geprägten Dörfer entlang des Flusses Limmat transformierten sich in eine heute zusammenhängende Stadtlandschaft mit stark industriell geprägten Charakter. Aktuell stellt die stark besiedelte Region einer der dynamischsten Ballungsräume in der Schweiz dar.

‘Hidden gems’  im Limmattal

Fluss, Hügel, Wälder - trotz der Einbettung in großzügige Landschaftsräume ist es doch überraschend, in wie weit die Limmat und die anderen Naturräume im urbanisierten Gewebe des Limmattals an vielen Stellen noch stets als Rückseite betrachtet wird. Zusätzlich bilden die infrastrukturellen Einrichtungen (graue, blaue und silberne Infrastrukturen) untereinander, als auch mit Landschafts- und Stadtraum, kaum Synergien. Stattdessen fragmentieren sie das Tal und es entstehen verschiedenste Teil- und Resträume, deren Verständnis als Ressource erst seit kurzem an Relevanz gewinnt.

Eine Re-Vitalisierung und Re-integration, der das Tal mehrfach zerschneidenden Infrastrukturen, bietet enormes Entwicklungspotenzial sie in attraktive adaptive Räume zu verwandeln, die eine Verzahnung und Überlagerung mit den angrenzenden Siedlungs- und Freiräumen erlauben. Vor allem aber die Zugänglichkeit und Re-aktivierung der Resträume, sowie des Naherholungsraumes[u1]  der Limmat, tragen einen wesentlichen Beitrag dazu bei. 

(Kultur)landschaft als Schlüsselrolle 

Globale Trends wie Klimawandel, Digitalisierung, neue Formen der Mobilität und hochaktuell COVID-19 verändern unseren Lebensraum sowie unsere Ansprüche an denselben konstant. Gleichzeitig hat in den letzten Jahrzehnten ein umfassender Urbanisierungs- und Zersiedelungsprozess stattgefunden. Der (Kultur)Landschaft und ihren Infrastrukturen kommt in diesem Spannungsfeld der Bewältigung bestehender und zukünftiger Herausforderungen der Raumentwicklung eine Schlüsselrolle zu.

Wie wohnen, arbeiten und erholen wir uns in dieser Kultur- bzw. Stadtlandschaft, in einer Gesellschaft in der diese  Bereiche inzwischen (wieder) nahtlos ineinander fliessen. Die ‘Produktive Stadt’, in der in 15 Minuten alle wesentlichen Bereiche des Lebens erreichbar sind, könnte hier eine Antwort bieten. Hierzu könnte die ‘Limmatstadt’ ein exzellentes Vorbild werden. Wohnen und arbeiten, Industrien unterschiedlichster Formen bis hin zur Agrarindustrie sind vorhanden, ebenso wie die direkt vor der Türe liegenden Naherholungsräume. Dies alles integriert mit der laufenden Urbanisierung zu denken, wäre sowohl für den Siedlungsraum wie den Naturraum sinnvoll, mit dem Ziel ein heterogenes, integriertes resilientes System zu schaffen, in dem Infrastrukturen räumlich, funktional als auch ästhetisch maximal integriert sind.

Methoden

Gruppenarbeit 2-3 Personen

Exkursion in die Region

Inputs zu spezifischen übergreifenden Themen

Strukturierung in 3 aufeinander aufbauende Entwurfsphasen:

>> Theorie + Analyse: Erste räumliche und programmatische Auseinandersetzung mit dem Limmattal seinen Siedlung, Infrastruktur- und Industrielandschaft und Landschaftsräumen

>> Fieldresearch + Überlagerung: Summerschool Intensivworkshop in Wien und Limmattal -Vorort-recherche und Entwicklung von Szenarien

>> Ausarbeitung + Vertiefung: Weiterentwicklung des Entwurfes

Prüfungsmodus

Prüfungsimmanent

Weitere Informationen

Bewerbung:

Portfolio per Email an dorothee.huber@tuwien.ac.at im Zeitraum 15.04.-30.04.2021

Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie kommt es zur Durchführung der LVA via TUWEL Kurs, Anpassung an Hybrid-Lehrformat wird jedoch angestrebt, wenn sich die Möglichkeit durch Lockerungen bis zum Start der LVA im Sommer ergibt.

Kick-Off Termin:
26.5.2021, 14-17 Uhr via Zoom: https://tuwien.zoom.us/j/99406333299

Vorbereitungsstermin:
14.6.2021, 14-18 Uhr via Zoom: https://tuwien.zoom.us/j/99406333299

Summerschool mit 1 Wöchiger Exkursion nach Zürich:
5.7. -30.7.2021, täglich 9-18 Uhr 

Zwischenkorrektur:
2.8.2021, 14-18 Uhr

Abschlusspräsentation:
9.8.2021, 9-18 Uhr

Endabgabe bis spätestens:
23.8.2021

Vortragende Personen

Institut

LVA Termine

TagZeitDatumOrtBeschreibung
Mi.14:00 - 17:0026.05.2021 (LIVE)Kick-Off
Mo.14:00 - 18:0014.06.2021 (LIVE)Vorbereitungstermin
09:00 - 18:0005.07.2021 - 30.07.2021Aufbaulabor - Achtung! Werkraum, kein Hörsaal! Summerschool
Mo.14:00 - 18:0002.08.2021 Zwischenkorrektur
Mo.10:00 - 18:0009.08.2021 Endpräsentation
Großes Entwerfen Co-Existenz: Limmattal - Zwischen Infrastrukturen, Industrien + (Stadt)Landschafft - Einzeltermine
TagDatumZeitOrtBeschreibung
Mi.26.05.202114:00 - 17:00 Kick-Off
Mo.14.06.202114:00 - 18:00 Vorbereitungstermin
Mo.05.07.202109:00 - 18:00Aufbaulabor - Achtung! Werkraum, kein Hörsaal! Summerschool
Di.06.07.202109:00 - 18:00Aufbaulabor - Achtung! Werkraum, kein Hörsaal! Summerschool
Mi.07.07.202109:00 - 18:00Aufbaulabor - Achtung! Werkraum, kein Hörsaal! Summerschool
Do.08.07.202109:00 - 18:00Aufbaulabor - Achtung! Werkraum, kein Hörsaal! Summerschool
Fr.09.07.202109:00 - 18:00Aufbaulabor - Achtung! Werkraum, kein Hörsaal! Summerschool
Mo.12.07.202109:00 - 18:00Aufbaulabor - Achtung! Werkraum, kein Hörsaal! Summerschool
Di.13.07.202109:00 - 18:00Aufbaulabor - Achtung! Werkraum, kein Hörsaal! Summerschool
Mi.14.07.202109:00 - 18:00Aufbaulabor - Achtung! Werkraum, kein Hörsaal! Summerschool
Do.15.07.202109:00 - 18:00Aufbaulabor - Achtung! Werkraum, kein Hörsaal! Summerschool
Fr.16.07.202109:00 - 18:00Aufbaulabor - Achtung! Werkraum, kein Hörsaal! Summerschool
Mo.19.07.202109:00 - 18:00Aufbaulabor - Achtung! Werkraum, kein Hörsaal! Summerschool
Di.20.07.202109:00 - 18:00Aufbaulabor - Achtung! Werkraum, kein Hörsaal! Summerschool
Mi.21.07.202109:00 - 18:00Aufbaulabor - Achtung! Werkraum, kein Hörsaal! Summerschool
Do.22.07.202109:00 - 18:00Aufbaulabor - Achtung! Werkraum, kein Hörsaal! Summerschool
Fr.23.07.202109:00 - 18:00Aufbaulabor - Achtung! Werkraum, kein Hörsaal! Summerschool
Mo.26.07.202109:00 - 18:00Aufbaulabor - Achtung! Werkraum, kein Hörsaal! Summerschool
Di.27.07.202109:00 - 18:00Aufbaulabor - Achtung! Werkraum, kein Hörsaal! Summerschool
Mi.28.07.202109:00 - 18:00Aufbaulabor - Achtung! Werkraum, kein Hörsaal! Summerschool

Leistungsnachweis

Wöchentliche Korrekturen, Zwischenpräsentationen, Endabgabe. Der Leistungsnachweis erfolgt immanent. D.h. sowohl die Mitarbeit während aller Lehrveranstaltungseinheiten an der TU, als auch die kontinuierliche Arbeit zwischen diesen Einheiten, sowie die Qualität ebendieser und der Endabgabe werden zur Notenfindung herangezogen. 

LVA-Anmeldung

Nicht erforderlich

Curricula

StudienkennzahlSemesterAnm.Bed.Info
066 443 Architektur

Literatur

Es wird kein Skriptum zur Lehrveranstaltung angeboten.

Vorkenntnisse

Studio Städtebau

Begleitende Lehrveranstaltungen

Weitere Informationen

Sprache

Deutsch