253.E65 Kleines Entwerfen „Diskursraum Wohnbau Wien“
Diese Lehrveranstaltung ist in allen zugeordneten Curricula Teil der STEOP.
Diese Lehrveranstaltung ist in mindestens einem zugeordneten Curriculum Teil der STEOP.

2020S, UE, 4.0h, 5.0EC
Diese Lehrveranstaltung wird nach dem neuen Modus evaluiert. Mehr erfahren

LVA-Bewertung

Merkmale

  • Semesterwochenstunden: 4.0
  • ECTS: 5.0
  • Typ: UE Übung

Lernergebnisse

Nach positiver Absolvierung der Lehrveranstaltung sind Studierende in der Lage materielle und immaterielle Informationen zum sozialen Wohnbau in Wien mithilfe der Kartografie zueinander in Beziehung zu setzen. Sie lernen, Mapping als Methode der Wissensproduktion einzusetzen und komplexe Zusammenhänge dadurch verständlich und für andere lesbar zu machen. Studierende entwickeln auch ein Bewusstsein für unterschiedliche Maßstäblichkeiten und deren Potenziale durch Abstraktion, aber auch deren Unschärfen: Zusammenhänge werden sowohl auf der Ebene von Gesamt-Wien als auch im kleinräumlichen Maßstab vor Ort untersucht und einander gegenüberstellen.

Das Entwerfen wird von Christina Lenart betreut!

Inhalt der Lehrveranstaltung

Vor dem Hintergrund der europäischen Wohnungskrise und den Wahlniederlagen der Linken in Europa wird die Wiener Wohnbaupolitik seit dem Roten Wien bis heute einer genauen Untersuchung durchzogen. Das Interesse an Wien ist groß. Wien gilt in Europa als ein Modell für guten Sozialen Wohnbau. Das Projekt „Diskursraum Wohnbau Wien“ möchte sowohl den lokalen als auch den internationalen Diskurs zum Wiener Wohnbau thematisieren und erweitern.

In Kooperation mit ARCH+ Zeitschrift für Architektur und Urbanismus produziert der Forschungsbereich Wohnbau und Entwerfen als Gastredaktion eine eigene Ausgabe, die 2021 erscheinen soll. Dieses Kleine Entwerfen ist eine von insgesamt drei Lehrveranstaltungen (siehe unten unter „Vertiefende Lehrveranstaltungen“), die dieses Semester im Rahmen des Projektes „Diskursraum Wohnbau Wien“ angeboten werden. Als Teil dieses Forschungsprojektes ist das Ergebnis kein Gebäudeentwurf im klassischen Sinn, sondern die Erarbeitung von neuem Wissen, das – wie bei einem Entwurf – durch ein räumliches in Beziehung-Setzen unterschiedlicher Elemente und Informationen gewonnen wird. Dabei dient Kartografie als zentrales Arbeitsmittel.

Ursprünglich aus der Geografie kommend, hat das Kartographieren oder Mapping bereits seit längerem Einzug in andere Disziplinen gehalten. Auch in der Architektur ermöglicht sie, unterschiedliche Informationen miteinander räumlich in Beziehung zu setzen und so komplexe Themen verständlich zu machen. Dabei helfen die jeder und jedem geläufigen Konventionen des Karten-Lesens, Sachverhalte ohne zusätzliche Erklärungen, sondern nur über die Zeichnung selbst, darstellen zu können. Mithilfe von Mapping wird die Zeichnung einerseits zu einer Methode der Forschung und andererseits zu einem Kommunikationsmittel.

Heutzutage sind große Mengen an Daten verfügbar. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese für die Mehrheit der Bevölkerung auch lesbar, verständlich und daher zugänglich sind. Eines der Ziele dieses Kleinen Entwerfens orientiert sich daher an Otto Neurath, dessen Ideal es war, Informationen für alle Menschen zugänglich zu machen. Dafür entwickelte er eigens eine Bildsprache. Kartografie ist im Zusammenhang mit Architektur interessant, da sie neben der Absicht, komplexe Zusammenhänge lesbar zu machen, auch immer örtliche und räumliche Bezüge herstellt.  

Ausgangspunkt unserer Arbeit wird eine Karte aller Gemeindebauten und geförderten Wohnbauten Wiens sein. Diese wird mit weiteren Informations-Layern mit sowohl materiellen als auch immateriellen Daten gefüttert, sodass die Karte zu einer Sammlung wird. Als weiterer Schritt sollen unterschiedliche Darstellungs- und Lesarten getestet werden. Studierende sollen dabei in Gruppen sich einer bestimmten Forschungsfrage widmen. Dazu könnte etwa gehören:

Ist Soziale Durchmischung, welche als eine der Ziele der Sozialdemokratie gilt, real?
In welchem Verhältnis steht die Form von Gemeindebauten zur Lage in der Stadt?
Welchen Bezug haben Gemeindebauten und geförderte Wohnbauten zu Zentralität?
Welchen Zugang haben BewohnerInnen von Gemeindebauten zu Bildungseinrichtungen?
Wie nah sind urbane Infrastrukturen für BewohnerInnen von Gemeindebauten oder geförderten Wohnbauten?
Wie sind Gemeindebauten in die Stadt eingebettet?
Wie haben sich die Bedingungen im historischen Rückblick verändert?

Die Analyse wird neue Erkenntnisse bringen und möglicherweise Tendenzen, Extreme, aber auch örtliche Unregelmäßigkeiten oder historische Brüche zeigen. Aus den Ergebnissen heraus definieren Studierende dann Zoom-Ins, die näher betrachtet werden sollen. Diese Betrachtung soll schließlich nicht nur am „Papier“, sondern auch vor Ort überprüft werden.

Methoden

Für die Produktion unserer Arbeitsgrundlage werden wir eine GIS-basierte Karte erstellen. Dazu bekommen Studierende einen Crashkurs für den Umgang mit einer entsprechenden Software. Die Arbeit mit GIS macht es möglich, Informationen zu georeferenzieren und etwa Gebäuden zuzuordnen. Die Studierenden starten von einer gemeinsamen Kartengrundlage von ganz Wien und entwickeln dann ihre Kartenmodelle individuell anhand ihrer Forschungsfragen weiter. Ziel ist, sich in weitere Folge einen relevanten Ort für einen Zoom-In auszusuchen. Dieser Ort soll dann empirisch untersucht werden. D.h. Daten, Informationen und Eindrücke werden vor Ort gesammelt und erneut in einer Karte als kleinräumliche Analyse festgehalten.  

Die Arbeit erfolgt in Gruppen.

Prüfungsmodus

Prüfungsimmanent

Weitere Informationen

Das Entwerfen wird von Christina Lenart betreut.

Termine:
Donnerstag Vormittag 9:00-14:00 im Projektraum 2
Abgabe Mitte Mai
Genaue Termine werden noch bekannt gegeben

Das Entwerfen "Diskursraum Wohnbau Wien"  ist Teil des Forschungsprojekts "Diskursraum Wohnbau Wien – Positionen zwischen Gemeinwohl und Wohlstand /Wiens Wohnbaupolitik im Kontext Europas" in Kooperation mit ARCH+. Weitere vertiefende LVAs sind die beiden Workshops "Diskursraum Wohnbau Wien" 1 und 2 bei Christina Lenart und Bernadette Krejs.

Vortragende

Institut

Leistungsnachweis

Präsentation und Abgabe der Ergebnisse in Form von Zeichnungen (Karten und andere) und einem digitalen Kartenmodell

Weitere Informationen folgen

Bewerbung

TitelBewerbungsbeginnBewerbungsende
Master Kl. Entwerfen 2020S17.02.2020 09:0024.02.2020 23:59

Curricula

StudienkennzahlSemesterAnm.Bed.Info
066 443 Architektur

Literatur

Es wird kein Skriptum zur Lehrveranstaltung angeboten.

Begleitende Lehrveranstaltungen

Sprache

Deutsch