251.672 Großes Entwerfen "Im Bestand - Österreich"
Diese Lehrveranstaltung ist in allen zugeordneten Curricula Teil der STEOP.
Diese Lehrveranstaltung ist in mindestens einem zugeordneten Curriculum Teil der STEOP.

2022S, UE, 8.0h, 10.0EC
TUWEL

Merkmale

  • Semesterwochenstunden: 8.0
  • ECTS: 10.0
  • Typ: UE Übung
  • Format der Abhaltung: Hybrid

Lernergebnisse

Nach positiver Absolvierung der Lehrveranstaltung sind Studierende in der Lage, ein vorgegebenes Raumprogramm für Adaptierungen und Erweiterungen eines historisch wertvollen Baubestandes in einen denkmalgerechten Entwurf umzusetzen.

Inhalt der Lehrveranstaltung

Interpretation der baugeschichtlichen Analyse des Bestandsobjektes; Erklärung der Grundzüge des Bauens im historischen Bestand; Umsetzung eines vorgegebenen Raumprogrammes in eine Entwurfsidee unter Berücksichtigung des kulturell wertvollen Baubestandes; Ausarbeitung dieser Idee zu einem präsentierbaren Konzept (Konzeptpräsentation) und einem wettbewerbsfähigen Entwurf (Endjury);

Methoden

Vermittlung des "Bauens im Bestand" durch Erarbeitung eines Entwurfes anhand eines konkreten Projektes und der Präsentation desselben vor einer Jury aus Bauherren und Fachleuten.

Prüfungsmodus

Prüfungsimmanent

Weitere Informationen

Themenstellung für Sommersemester 2022:

Schloss Eggenberg – Umbau und Erweiterung der Besucherinfrastruktur der UNESCO Welterbestätte

In Zusammenarbeit mit der derzeitigen, höchst engagierten Verwaltung der UNESCO Welterbestätte Schloss Eggenberg muss das Potential der Erweiterung und Ertüchtigung der technischen und touristischen Infrastruktur das hochgradigen Assets ausgelotet werden.

Nach 1625 vom Norditaliener Pietro de Pomis als Residenz des kaiserlichen Statthalters Hans Ulrich von Eggenberg (1568–1634) errichtet, sollte Schloss Eggenberg ein deutliches Zeichen setzen. Es ist politische Architektur, anspruchsvolle Legitimation für die Herrschaft einer Familie. Das Haus ist als riesiges Gleichnis erbaut, ein symbolisches Abbild des Universums, in dem der gelehrte Bauherr seine Vorstellung einer idealen Welt in einer Epoche von Chaos und Auflösung formuliert.

Entscheidend für den Rang von Schloss Eggenberg als Raumkunstwerk ist ein Zyklus von 24 Prunkräumen mit dem großen Planetensaal im Zentrum. In ihnen verbinden sich die Ausstattungsphasen von Barock und Rokoko zu einer aus heutiger Sicht untrennbaren Einheit von höchstem Reiz und ungestörtem Erlebniswert. Vor allem der riesige Zyklus von über 500 Deckengemälden des 17. Jahrhunderts mit seinem überaus anspruchsvollen und komplexen Bildprogramm – ein charakteristisches Zeugnis für frühbarockes Weltverständnis – ist von singulärem Rang. Qualität und Umfang der erhaltenen, authentischen Substanz der Eggenberger Beletage stellen einen besonderen Glücksfall dar, der deshalb auch von der Welterbekommission als „excellent“ bewertet wurde.

Während das Museumsgut dem täglichen Gebrauch entzogen und physisch gut geschützt werden kann, behält das Denkmal seinen Gebrauchswert bei. Ein Gebäude mit all seinen fragilen Oberflächen muss betreten und benützt werden können. Und gerade diese lebendige Funktion erhält und zerstört das Denkmal zugleich. Das macht den verantwortungsbewussten Umgang mit einem so kostbaren Gebäude zur täglichen Gratwanderung, die ein vorbehaltloses Bekenntnis zu den essenziellen und oft unbequemen Werten der Denkmalpflege erfordert.

Dieses Moment der bau- und sozialgeschichtlichen Kontinuität ist von besonderem Zeugniswert nicht nur für das intellektuelle, sondern auch das technische und handwerkliche Verständnis einer Epoche und deshalb ein besonders wesentliches Kriterium für die Aufnahme auf die Liste des Weltkulturerbes. ICOMOS hat gerade diese Authentizität des Kunstwerks, also seinen unverfälschten Erhalt, als vorbildlich hervorgehoben.

Nun ist allerdings der Zeitpunkt gekommen, einen Teil der technischen wie touristischen Infrastruktur aus dem Hauptbau, also dem Schloss auszulagern, um diesen nicht weiter abzunutzen und zu gefährden. Die Potentiale dafür auszuloten und als Entscheidungsgrundlage darzustellen, ist Aufgabe des Entwurfsprogrammes.

Als Grundlage für das Raumprogramm dienen die Nutzerwünsche:

•           Haupteingang Besucher inkl. Kassen- und Shopbereich – Eggenberger Allee (einschließlich Gestaltung des Vorbereiches)

•           Erweiterung des Wirtschaftshofes mit Tischlerei und Lagerflächen, Garderoben und Aufenthaltsräume der Mitarbeiter

•           Naturnaher Spielbereich für Kinder im südwestlichen Bereich des Schlossgartens

•           Nordpavillon (Restaurant mit zusätzlichen externen Zugang von der Schloßstraße)

•           Umbau bestehender Shop im Schloss inkl. kleinem Cafe, Garderoben

Selbstverständlich haben sich diese Um- und Neubauten in der Architektursprache des 21. Jahrhunderts darzustellen. Doch es wird besonderer Wert daraufgelegt, mit den vorgeschlagenen Umstrukturierungen und Erweiterungen der bestehenden Räume und der Gestaltung der neuen Bauten und Bauteile sensibel auf die historische Bausubstanz des Ensembles und seiner Nachbarschaft zu reagieren.

Ablauf und Organisation:

LVA findet prinzipiell jeden Montag während des Sommersemesters (außer Feiertagen und Ferienzeiten) von 14 – 17 Uhr via ZOOM statt.

KW 4 (24. bis 28.01.22) Vorstellung des Entwurfsprojektes an der TU-Wien

KW 10 Mo. 07.03.22 Vorstellung des Projekts mit den Studierenden, voraussichtlich per Zoom-Meeting

KW 11 Mo.14.03.22 erste Einführungsvorlesung per Zoom-Meeting

KW 12 Mo. 21.03.22 wenn möglich Besichtigung der Bereiche mit Studierenden voraussichtlich ca. 25-30 Personen

KW 22 Mo. 30.05.22 Endpräsentation vor Jury (Jurymitglieder: LVA-Leitung plus Leitung Schloss Eggenberg und ISG-Forum Repräsentanz); voraussichtlich per Zoom-Meeting

Ausstellung schon Mitte bis Ende Juni 2022 im Rahmen des Internationalen ISG Forums vor Ort im Schloss Eggenberg oder andere Lokation in Graz; zusätzliche Kosten für Ausstellung übernimmt voraussichtlich ICOMOS Austria;

Es gibt einen genaueren Zeitplan für den Jurytag! Für Termine wie Vorbesprechung, Begehung vor Ort, Konzeptabgabe, Einführungsvorlesung über Bauen im Bestand und Abgabejury herrscht strikte ANWESENHEITSPFLICHT!

Raumprogramm und Planunterlagen werden für alle LVA-Teilnehmer elektronisch zur Verfügung gestellt (TISS / TUWEL); allerdings muss der Baubestand in den Planungsgrundlagen von den Studierenden bei der Begehung vor Ort mit dem realen Bestand übereingestimmt und notfalls etwas nachvermessen oder die Bestandspläne nachbearbeitet werden.

Nach der Abgabe-Präsentation aller Studentenarbeiten Ende Mai, Anfang Juni haben die Studierenden bis Ende Juni noch die Möglichkeit, ihren Entwurf in ein verbessertes Endstadium zu bringen, das dann im Rahmen des Internationalen ISG-Forums Graz ausgestellt und parallel durch die LVA Leitung benotet wird.

Bei der Endjury soll das erarbeitete Projekt jeder Gruppe digital präsentiert werden (ZOOM-Präsentation als pdf oder powerpoint). Für die Ausstellung werden daraus im Juni dann 1-2 Präsentationsplakate im Format 70*100, Hochformat anzufertigen sein. Diese müssen elektronisch abgegeben werden. Die Assistenz der LVA-Leitung (Tutor, Tutorin) wird daraus den Druck der Plakate in Zusammenarbeit mit den Studierenden organisieren.

GRUPPENARBEIT (2er Teams) FÜR DIE ENTWURFSERSTELLUNG ERWÜNSCHT; DAHER INSGESAMT 30 STUDENTISCHE TEILNEHMER MÖGLICH !

Vortragende Personen

Institut

Leistungsnachweis

Präsentable Entwurfszeichnung als vollständiger Plansatz mit 3D Schaubildern und Modell

Bewerbung

TitelBewerbungsbeginnBewerbungsende
Entwerfen Master (10 ECTS / 15 ECTS)14.02.2022 09:0021.02.2022 23:59

Curricula

StudienkennzahlSemesterAnm.Bed.Info
066 443 Architektur

Literatur

Es wird kein Skriptum zur Lehrveranstaltung angeboten.

Weitere Informationen

  • Anwesenheitspflicht!

Sprache

Deutsch