251.110 Wahlseminar Architekturgeschichte
Diese Lehrveranstaltung ist in allen zugeordneten Curricula Teil der STEOP.
Diese Lehrveranstaltung ist in mindestens einem zugeordneten Curriculum Teil der STEOP.

2018W, SE, 3.0h, 4.0EC

Merkmale

  • Semesterwochenstunden: 3.0
  • ECTS: 4.0
  • Typ: SE Seminar

Ziele der Lehrveranstaltung

Einstieg in erstes wissenschaftliches Arbeiten mit Möglichkeit zur Verfassung einer theoretischen Baccalaureatsarbeit

 

Inhalt der Lehrveranstaltung

Bestandsanalyse und Dokumentation, Archiv- und Bibliotheksarbeit, Verfassen einer Seminar und/oder Bachelorarbeit, öffentliche Präsentation des Ergebnisses in Form eines Kurzvortrages

Weitere Informationen

Semesterthema: Eisen in der Architektur des 19. Jahrhunderts.
Innovation und Ingenieurbaukunst am Beispiel Wiener Bauten.

Die Verwendung von Eisen als anerkannter Baustoff für Hochbau- und Brückenkonstruktionen setzte sich in Österreich erst in der zweiten Hälfte des 19. Jh. durch. In Wien wurden im Rahmen des Großprojektes Ringstraße sowie bei der Erweiterung der Hofburg besonders im späten 19. Jh. eine große Anzahl von Gebäuden mit weitspannenden Decken-, Dach- und Kuppelkonstruktionen errichtet, die bis heute sehr gut erhalten sind. Dazu zählen z.B. die Dachkonstruktionen über dem Lesesaal und Festsaal der Universität Wien, die Dach- und Kuppelkonstruktionen der ehemaligen Hofmuseen (Kunsthistorisches Museum, Naturhistorisches Museum), die Zuschauerränge des Burgtheaters, die Dachkonstruktionen der Neuen Burg inkl. der Glasdächer oder das Palmenhaus in Schönbrunn, um eine Auswahl bekannter Bauwerke zu nennen. Die weitspannenden lichten Eisenkonstruktionen standen zu ihrer Zeit für den enormen technologischen Fortschritt auf dem Gebiet und bedeuteten technische Innovation und Ingenieurwissen auf höchstem Niveau. Eng verbunden mit der Planung und Ausführung der genannten Konstruktionen stand die Wiener Firma Ig. Gridl k. u. k. Hof- Eisen-Constructions-Werkstätte, Schlosserei und Brückenbau-Anstalt, die in der österreichisch-ungarischen Monarchie ein Pionier auf dem Gebiet der modernen Eisenkonstruktionen war und zahlreiche Innovationen hervorbrachte. Im Kontext des zeitgenössischen Baugeschehens übte auch die Technische Hochschule Wien Einfluss aus. So waren Lehrende z.B in die Entwicklung von Eisenkonstruktionen oder auch in ihre Prüfung und Begutachtung eingebunden.

Ihre Aufgabe im Wahlseminar ist es, ein Ihnen zugewiesenes spezielles Bauwerk und/oder ein Ensemble aus der Literatur, Archivinformationen sowie der eigenen Anschauung systematisch zu beschreiben und in die Architektur- und Konstruktionsgeschichte durch Analyse und Vergleich einzuordnen. Erwartet wird von Ihnen eine methodisch einwandfreie, wissenschaftliche Arbeit (Seminararbeit oder Bachelorarbeit) auf Deutsch oder Englisch zu verfassen.

Zu Ihrer Unterstützung gibt es am Semesterbeginn Einführungsvorlesungen und Vor-Ort-Termine, die verpflichtend zu absolvieren sind.

 

Bauwerke (Auswahl):

- Kirche Maria vom Siege in Wien-Fünfhaus, Kuppel (1869/70)

- Kunsthistorisches Museum, Dachwerk (1878)

- Kuppeln über dem Kunsthistorischen und Naturhistorischen Museum (1880)

- Burgtheater, Eisenkonstruktionen für Zuschauer- und Bühnenhaus (1874-88, Umbau 1897)

- Hoftheater-Dekorationsgebäude, heutiges Semperdepot (1874-77)

- Hermesvilla (Lainzer Tiergarten), Dachkonstruktion und Loggien (1881-86)

- Michaelertrakt in der Hofburg, Mittel- und Seitenkuppel (1889-93)

- Neue Burg in der Hofburg, Dachkonstruktionen und Corps de Logis (1895)

- Palmenhaus Schönbrunn (1880-82)

- Volkstheater, Eisenkonstruktionen und Kuppeldachstühle über Zuschauerraum und Bühnenhaus (1888/89)

- Volksoper, Eisenkonstruktionen und Kuppeldachstühle über Zuschauerraum und Bühnenhaus (1898)

- Universität Wien, Kuppeldachkonstruktion über dem Festsaal (1883)

 

 

PFLICHTTERMINE:  jeweils Donnerstag 09:00-11:00, Sem 251-1

Phase I: Thematische Einführung

>> Einführung:      11.10., 09.00-11:00

>> Besichtigungen: 18.10., 21.10., 25.10., 28.10. (Uhrzeiten werden noch bekannt gegeben)

Phase II: Recherche

>> Themenbezogene Recherche durch die Studierenden 44.-46. KW

Phase III: Ausarbeitung

>> Besprechungstermine: 22.11., 29.11., 06.12., bei Bedarf 17.01. (jeweils nach Voranmeldung)

>> Zwischenpräsentation (Pecha Kucha-Format): 13.12.

>> Abgabe Vorversion Seminararbeit: 20.12.

>> Gastvortrag: 10.01.

>> Abgabe finale Version: 31.01.



Anmeldung erfolgt zentral gesteuert via TISS seitens der Fakultät !


Beachten Sie beim Verfassen der Ausarbeitung bitte die Richtlinie der TU Wien zum Umgang mit Plagiaten: https://www.tuwien.ac.at/fileadmin/t/ukanzlei/Lehre_-_Leitfaden_zum_Umgang_mit_Plagiaten.pdf


Beachten Sie beim Verfassen der Ausarbeitung bitte die Richtlinie der TU Wien zum Umgang mit Plagiaten: https://www.tuwien.at/fileadmin/Assets/dienstleister/Datenschutz_und_Dokumentenmanagement/Lehre_-_Leitfaden_zum_Umgang_mit_Plagiaten.pdf

Vortragende

Institut

Leistungsnachweis

Mitarbeit, schriftliche Seminararbeit, mündliches Referat

Bewerbung

TitelBewerbungsbeginnBewerbungsende
Wahlseminar WS1810.09.2018 09:0001.10.2018 23:59

Curricula

StudienkennzahlSemesterAnm.Bed.Info
033 243 Architektur 6. SemesterSTEOP
Lehrveranstaltung erfordert die Erfüllung der Studieneingangs- und Orientierungsphase STEOP

Literatur

A. Fogarassy (Hg.), Ignaz Gridl. Eisenkonstruktionen. Ingenieurbaukunst und Innovation im späten 19. Jahrhundert, Wien 2011.

A. Nierhaus, Zeigen und Verbergen. Eisen im Monumentalbau des 19. Jahrhunderts am Beispiel der Arbeiten der Firma Ig. Gridl für den Wiener Kaiserhof, in: Fogarassy 2011, S. 91-99.

M. Wehdorn, Eisen als Konstruktionsbaustoff im Hochbau in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Österreich. In: ICOMOS, Deutsches Nationalkomitee: Eisen Architektur: Die Rolle des Eisens in der historischen Architektur der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts / The Role of Iron in the Historic Architecture in the Second Half oft he 19th Century. Bad Ems 1981

M. Wehdorn, Die Bautechnik der Wiener Ringstraße: mit einem Katalog technischer Bauten und Anlagen in der Ringstraßenzone. In: R. Wagner-Rieger (Hg.): Die Wiener Ringstraße – Bild einer Epoche. Bd. 11, Wiebaden 1978

W. Telesko (Hg.): Die Wiener Hofburg 1835 – 1918: der Ausbau der Residenz vom Vormärz bis zum Ende des „Kaiserforums“. Wien 2012

A. Nierhaus, Die Erben und Nachfolger Hasenauers. Bau und Umbau der Neuen Burg zwischen 1894 und 1898, in: W. Telesko 2012, S. 286-298.

A. Prokop, Hochbau 1. (Constructions- und Gebäudelehre). Wien 1890

Vorkenntnisse

Da sämtliche Literatur- und Archivquellen in deutsch verfasst wurden, sind mindestens gute deutsche Sprachkenntnisse in Wort und Schrift für die Bearbeitung der Themen erforderlich.

Sprache

Deutsch